00:00:03: Herzlich willkommen zu Gesund und Glücklich, dem Gesundheitspodcast der Oberösterreichischen Nachrichten mit Elisabeth Eidenberger.
00:00:10: Im Serienspeche Wieder gesund zurück ins Leben heute zu Gast.
00:00:15: Johanna Wagner die Lehrerin und zweifache Mama erhielt im Alter von fünfunddreißig Jahren die Diagnose Darmkrebs.
00:00:23: Heute erzählt sie wie sie Chemotherapie und Operationen durchgestanden hat und warum ausgerechnet der Humor ihr hilft dieses Tabuthema offen zur Sprache zu bringen.
00:00:51: Doch statt sich von der Krankheit bestimmen zu lassen, hat sie sich dafür entschieden offen darüber zu sprechen.
00:00:57: Sie hat ein Buch geschrieben und ihr Leben auch diesen Krebs diese Geschichte als Kabarettistin auf die Bühne gebracht und setzt sich heute dafür ein das Tabuthema Darmkrebs anzugehen und offen darüber zur Sprechen und vor allem Betroffenen Mut zu machen.
00:01:13: Sie sagt Humor nimmt dem Krebs nicht seine Schwere aber er nimmt ihm ein Stück seiner Macht und wie sie das geschafft hat, was ihr geholfen habt.
00:01:23: Aber sprechen wir jetzt so nicht.
00:01:24: sage herzlich willkommen Johanna Wagmeier.
00:01:27: Hallo freue mich sehr dass ich da sein darf.
00:01:29: Danke für die Eildad und zum Podcast
00:01:32: Sehr gerne.
00:01:33: Du bist gebürtige Linzerin lebst in Graz also wir sitzen hier jetzt in der wunderschönen Stadt Graz für diese Aufnahme.
00:01:39: wenn du jetzt ein bisschen zurück Blickst vor deine Diagnose, bevor diese Keule kam ehrlicherweise.
00:01:47: Wie hat denn dein Leben so ausgesehen?
00:01:48: Wer war denn die Johanna?
00:01:50: Ja... Mir ging es vor der Diagnosis eigentlich nicht so wahnsinnig gut weil es gerade eine wahnsinnigen stressige Lebensphase war.
00:01:58: Meine Kinder waren ganz klein und haben noch anderthalb Jahre Altersabstand.
00:02:04: Im Nachhinein war ich dann froh drüber weil je älter das so einfacher war das alles zu managen Aber war sehr stressig und ich war gerade kurz voraus der Babypause zurückgekommen.
00:02:17: Und Karenz während Corona mit Lockdowns, war nicht sonderlich entspannt!
00:02:23: Wir konnten nichts machen.
00:02:25: es gab kein Baby-Spümmeln keine Babymassage gar nichts und das war eigentlich ja wahnsinnig anstrengend und ich habe mich sehr gefreut auf wieder arbeiten und wieder ein bisschen nochmal Nicht nur Mama zu sein.
00:02:37: die ganze Zeit Kann dieser Hammer und da war für mich dann auch klar, ich möchte soweit es geht trotzdem arbeiten gehen.
00:02:48: Weil ich merkte, ob ich brauche das einfach?
00:02:50: Ich bin so lang zu Hause gesessen im Lockdown mit zwei kleinen Kindern, dass sie mir gedacht habe, ich kann jetzt nicht... Da heim sitzen mit meinem Tumor und vergrübeln, was tu ich jetzt eigentlich?
00:03:03: Und wie wird das weitergehen sondern was nur geht raus gehen.
00:03:07: Normalität erleben.
00:03:09: damit nicht so viel Zeit aber noch zu denken was da jetzt alles passieren könnte und wie es weitergeht.
00:03:15: Du bist ja Lehrerin also da gestämme vor wenn du dann auch in der Arbeit bist, da bist drinnen weil wenn man sich mit Kindern beschäftigt kann man eh nicht irgendwie groß grübelen.
00:03:25: Bist du überhaupt dazu gekommen, dass du gemerkt hast, naja irgendwas passt jetzt nicht bei mir.
00:03:31: Das war tatsächlich schon ein Jahr vor der Diagnose hatte ich immer wieder Blut im Stuhl und bin das dann abklären gegangen.
00:03:38: Und natürlich wie es immer so ist, wie ich beim Arzt war da war gerade einige Zeit vorher nichts.
00:03:45: Der hat dann auch nichts feststellen können.
00:03:47: Ich hab gedacht, das sind Hemariden.
00:03:48: Das ist ja so mit den Schwangerschaften.
00:03:50: Hämariden sind beleidigt und da ist hin- und wieder ein bisschen Blut dabei.
00:03:55: Dann habe ich mir gedacht, okay wird schon nix sein, passt schon!
00:03:59: Und er hat gesagt wenn es wieder kommt, sollte man das abklären mit einer Koloskopie Nachdem es dann ein Jahr später wieder war, mir gedacht habe ich jetzt keine Zeit für das und ich hab kein Geist für das hin- und her.
00:04:12: Und irgendwann haben wir immer gedacht, na ja sollte mir mein Leben schon wert sein dass sich sicherstellt, dass ich gesund bin?
00:04:19: Und dann war halt leider bei der Choroskopie die Diagnose da ist was was nicht hinkört und Ja Wir müssen das jetzt behandeln weil sonst schaut schlecht aus.
00:04:31: In Österreich gibt's jetzt Auch noch nicht so lange die Vorgabe mit oder die Empfehlung ab fünfundfünfvierzig immer das erste Mal zur Koloskopie, also zu der Amspiegelung zu gehen.
00:04:39: Das war glaube ich ganz lang.
00:04:40: ab fünfzig hat man so ein Briefchen gekriegt, jetzt haben wir ja ab fünfviertzig.
00:04:43: Also eh schon ein bisschen früher dieses Briefchen hätte dir nicht geholfen weil fünffünf vierzig warst du noch nicht.
00:04:50: Nein, war fünfunddreißig als.
00:04:52: ich hätt es wahrscheinlich trotzdem wenn ich mich da an die Empfehlungen gehalten hätte und nicht gegangen wäre, hätte ich's wahrscheinlich nicht überlebt.
00:04:59: Aber ich bin offenbar schon eher der statistische Ausreist.
00:05:03: Also das ist jedes Arztgespräch, dass ich führe und wo wir auf die Diagnose zu sprechen kommen, ist sofort die Frage gibt es deine familiäre Vorgeschichte?
00:05:11: Und es gibt keine!
00:05:12: Aber das habe ich immer das Gefühl, ich zerstöre allen Ärzten und Ärztinnen sozusagen ihr Weltbild.
00:05:19: Weil Darmkrebs in dem Alter bekommt man nur wenn es da irgendeine Vorgeschichte gibt.
00:05:23: Genau dass die Genetik irgendeiner Art von Rolle spielt, dass man sie irgendwie verabgekriegt hat?
00:05:27: Ja!
00:05:28: Es ist dann immer so schön wenn ich lese Risikofaktoren übergewicht rauchen viel Fleischkonsum nichts davon.
00:05:36: Ich weiß nicht wie ich dazu komme Soviel Süßigkeiten ist das einzig aber das steht nicht auf der Liste.
00:05:43: Aber hat dich die Frage nach dem, warum jemals geplagt?
00:05:47: Warum ich und wie kann mir das passieren?
00:05:49: Und habe ich was falsch gemacht vielleicht sogar.
00:05:51: Anfangs schon ein bisschen aber es ist dann auch genetisch abgeklärt worden.
00:05:55: also ich war in der Humangenetik und die haben auch nichts gefunden.
00:05:59: Ich hab so eine Variante unklarer Signifikanz nennt sich das.
00:06:03: Das heißt bei mir is da ein kleiner genetischer Fehler Also eine.
00:06:10: Die Basis in der DNA ist eigentlich falsch an einer Stelle, die anscheinend bei Darmkrebs-Patienten öfter vorkommt.
00:06:19: Aber das Problem ist halt wer wird humankinetisch gescreened?
00:06:25: Die Menschen, bei denen schon irgendwas auffällig war und sie schon eine Erkrankung haben.
00:06:30: Das heißt man weiß nicht wie oft das bei Menschen vorkommen, die überhaupt keine Krebserkrankungen haben.
00:06:35: Und es ist bisher nicht klar... Und ich gehe auch davon aus, wenn es etwas wäre was sehr riskant ist diese Mutation dann wär das wahrscheinlich schon längst aufgefallen und bekannt dass das Krebs verursacht.
00:06:48: Also wahrscheinlich war's einfach nur Pech.
00:06:52: Klassisch Pech!
00:06:53: Auch mit dem werden viele Haarden auch ein bisschen... Das höre ich immer ganz oft, weil sie sagen ja warum triffts denn genau mich?
00:06:59: Und hab' ich vielleicht irgendwas falsch gemacht in der Vergangenheit?
00:07:02: oder habe ich mir eben falsch ernährt oder so?
00:07:04: Dass man sich schon immer irgendwie fragt so naja Gibt es das eigentlich, oder?
00:07:10: Ja.
00:07:11: Natürlich fragt man sich so und irgendwie ist es in Gewissensinn wenn man das dann durchgemacht hat.
00:07:15: also ein bisschen irrational zu wissen ja das ist meine Geschichte und eigentlich im Grunde bin ich da selber Mensch wie vorher und das ins eigene Leben zu integrieren ist halt auch irgendwie nicht so einfach was doch eine sehr... ja ein Grenzerfahrung eigentlich ist.
00:07:33: aber Im Endeffekt, ich war in Psychotherapie.
00:07:38: Das würde ich auch sehr empfehlen allen Patienten und Patientinnen mit schweren Erkrankungen egal ob jetzt Krebs oder was anderes weil es einfach wichtig ist auch zu schauen wie kann ich damit umgehen?
00:07:51: Wie mache ich mit meinem Leben weiter?
00:07:54: Was möchte ich ändern?
00:07:55: Was will ich gleich lassen?
00:07:57: Und auch wie gehe ich mit diesen Fragen um?
00:08:00: Ich bin jetzt eigentlich darüber hinaus, dass ich mich von der Frage belasten las.
00:08:05: Natürlich denke ich manchmal, warum ich?
00:08:07: Warum muss ich mit den Folgen der Erkrankung leben?
00:08:10: Das ist unfair!
00:08:12: Aber im Grunde die meiste Zeit über ... Ist es okay so wie's ist?
00:08:17: und bis jetzt einfach mein Alltag und das ist mein Leben.
00:08:21: was soll man machen?
00:08:22: Genau.
00:08:23: Magst du uns noch mal zurücknehmen in diese Anfangsphase?
00:08:26: Jetzt hast du diese Koloskopie gemacht Eigentlich so ein bisschen Routine, oder?
00:08:32: Man denkt sich was soll schon sein.
00:08:33: Es kann doch eigentlich eh nicht sein.
00:08:35: Man googelt dann und es kann ja alles.
00:08:36: Wenn man googlt, haben wir ja alle...
00:08:37: Ja, ja, Google sagt immer Krebsen.
00:08:39: Ich habe gedacht nein bei mir doch sicher wieder nicht!
00:08:42: Das hat's mir auch schon, ich meine das sagt ja Krebs wennst eingibst die hab schnupfen.
00:08:47: Was ich in der Schwangerschaft gegoogelt habe.
00:08:49: Alles mögliche.
00:08:50: aber dann kam, oh da sollten sie dringend zum Arzt lassen.
00:08:53: Sie sind schwanger, dann ist es normal okay.
00:08:56: Die Erklärung für alles?
00:08:57: Ja, so circa.
00:08:59: In
00:09:00: dem Fall war es dann so, dass Gugel tatsächlich recht hatte.
00:09:04: Also das ist schon irgendwie so... wow!
00:09:08: Einmal
00:09:09: von was natürlich viel malen dient.
00:09:13: Ja also das war schon irgendwie sehr ja auch irgendwie absurd.
00:09:19: ich gehe da in der Früh hin Und denkt mir, okay ich mache jetzt die Untersuchung und dann weiß ich.
00:09:25: Ich bin gesund!
00:09:26: Und am Abend war so die Nachricht... Juhu es sind keine Metastasen!
00:09:31: Das war das Highlight meines Tages.
00:09:35: Ja, das war schon sehr, sehr unwirklicher und ein tiefer emotionaler Fall eigentlich in der Situation.
00:09:45: Wie bist du damit?
00:09:46: Also jetzt kriegst du diese Nachricht was hast du gemacht?
00:09:53: Einmal schon sehr verzweifelt und sehr viel geweint.
00:09:59: Es war dann also, dass Kassen hat Chemotherapie und ich habe gesagt ja das ist doch das, wo man nur kotzt und die Haare ausfallen.
00:10:05: Und es war dann so mal das erste Positiv, wenn wir gesagt haben, nein nicht unbedingt!
00:10:11: Bei der Chemo ist gar kein Hausfall zu erwarten, es ist auch tatsächlich nicht passiert und Übelkeit ist auch nicht so ein großes Problem.
00:10:19: Und gibt gute Medikamente dagegen.
00:10:21: also ich habe da eigentlich keine Probleme gehabt und das war dann irgendwie schon okay.
00:10:27: Es ist vielleicht gar nicht so schlimm wie es mir jetzt vorstellt.
00:10:30: Das ist auch etwas was mir sehr geholfen hat durch diese Zeit.
00:10:34: Je mehr Informationen ich hatte desto weniger war da die Möglichkeit Angst vor Dingen zu haben weil ich immer geschaut habe, dass ich relativ genau weiß was auf mich zukommt und was so die Konsequenzen der unterschiedlichen Behandlungen sein werden und Einschränkungen, die ich dadurch hab.
00:10:52: Und das hat mir eigentlich sehr gut durch diese Zeit gebracht.
00:10:56: also nicht da blindlings reinzustolpern sondern vorher zu schauen Was wird jetzt passieren?
00:11:02: Wie wird sich das auswirken?
00:11:04: wie wird es mir wahrscheinlich gehen?
00:11:06: Es sind auch unterschiedliche Meinungen die man dann bekommt von unterschiedlichem Menschen, weil teilweise hast du das sehr recht neben die Wirkungsarme gekommen und der Nächste sagt, da wird es ihnen jetzt nicht so gut gehen.
00:11:19: Aber zumindest ein bisschen zu wissen in welchem Bereich sich das abspielen wird, womit es zu rechnen.
00:11:26: Das hat mir schon viel geholfen ja?
00:11:28: Also bist eigentlich gleich ins Ton gekommen mehr oder weniger?
00:11:32: Und was jetzt?
00:11:33: Nicht so dieses Schlimm, sondern so ein bisschen gleich mal schauen, was sind die nächsten Schritte... dass man sagt, was kann ich denn jetzt überhaupt tun?
00:11:42: Ich bin eigentlich jemand der normalerweise in Stresssituationen recht gut reagieren kann und da eigentlich eher aktiv ist.
00:11:51: Und schaut wie holen wir das Beste draus aus!
00:11:54: Das habe ich da auch eigentlich recht gut geschafft.
00:11:57: Es war für mich eher ein bisschen unangenehm weil noch fünf Wochen waren bis die Therapie losging.
00:12:04: Vorfreudig, jetzt passiert endlich was.
00:12:06: Jetzt gehen wir das endlich an weil ich halt fünf Wochen lang gelebt habe mit dem Gedanken was ist wenn sich gerade da irgendwo Metastasen bilden und keine Ahnung und dabei dann eigentlich froh wie klar war so und jetzt geht's los und jetzt tue mal was und im besten Fall ist dieses Missding dann schon einmal zumindest verkleinert und es waren tatsächlich nach Bestrahlung und Chemo weg
00:12:32: Okay, also direkt weg.
00:12:34: Magst du noch sagen welche Art von Darmkrebs du hattest?
00:12:37: Das war ein Rektumkarzinom.
00:12:39: Also das war auch im Grunde das Problem mit den Behandlungen.
00:12:42: Es war sehr tief ich glaube vier oder fünf Zentimeter vom Schließmuskel entfernt und normalerweise wird Darm Krebs oft klein mal operiert und dann kommt hinterher noch Jemo und bei mir war ihm der Punkt dass sie gesagt haben um schliessungsgehalten operieren zu können mit ausreichend Sicherheitsabstand, weil ihm nicht nur der Tumor wegschnitten wird sondern auch noch ein bisschen was rundum.
00:13:04: Muss man erst die Bestrahlung machen, weil sonst hätte ich da auf den künstlichen Damausgang gebraucht und das wollten sie verhindern.
00:13:13: im Nachhinein denke ich mir ja es hat auch Vorteile gehabt auch Nachteile.
00:13:17: Ich weiß eh nicht wie's ist.
00:13:19: Ja ich hatte dann nach der Operation also es war jetzt Bestrahlung mit Chemo unterstützend.
00:13:26: Das war bis Ende, also im Oktober die Diagnose das war bis Ender des Jahres und dann war man Therapie Pause und dann ging es im März weiter mit der Operation wo eben auch so die Frage war sollen wir überhaupt operieren?
00:13:42: weil mal älteren Menschen also mit siebzig-achtig herum hätte man da gar nicht operiert.
00:13:48: wenn Thomas so gut auf die bestrahlung anspricht Und ich hab gesagt, ja.
00:13:52: Ich habe jetzt eigentlich da keine Ruhe und wird immer grübeln ob nicht doch noch was da ist, was wachsen kann.
00:13:58: Machen wir das gescheitern!
00:14:00: Da hat's da gesagt Ja er würde mir es eh auch empfehlen.
00:14:04: Das heißt es war dann eine große OP wo eigentlich direkt hinter dem Schließmuskel der Darm abgeschnitten wurde und so ungefähr die Hälfte vom Dickdarm entfernt wurde mit haufenweise Gewebe, Lymphknoten... Was war sie?
00:14:17: und dann wieder zusammen genäht.
00:14:19: Und dass diese Naht gut heilen kann, habe ich vorübergehend für fünf Monate einen künstlichen Damausgang gehabt, wo der Dünndarm ausgeleitet wurde, was die unpraktischere Variante von einem künstlichem Damaustgang ist.
00:14:33: Weil da geht es ja viel Flüssigkeit verloren.
00:14:37: Das ist auch so das es im Grunde... Permanent rinnt, wenn man die Versorgung wechselt.
00:14:42: Dass es daran hängt kann sein dass da inzwischen schon wieder was rausrinnt.
00:14:47: Man muss schauen das das sehr gut abdichtet an der Haut weil im Dündarm ja sehr viele Verdauungsenzyme sind und wenn da etwas von vom Darmin halt auf die Haut kommt wird es quasi anfangen die Haut zu verdauen ist die unpraktischere Variante.
00:15:07: Also wenn man einen künstlichen Damausgang hat und die Wahl hat, weil es dauerhaft ist... Ich hab's zwar nicht ausprobiert aber ich würde zu einem Dickdamsdom also zum sogenannten Kolostom erraten Weil das dann eigentlich vom Output her relativ normal ist, also von Konsistenz und Menge.
00:15:26: Und es auch nicht ständig kommt.
00:15:27: Also wenn man sowas hat, kann man sogar dann zeitweise abdecken mit dem Pflaster... ...und es hängt nichts ständig was dran hat.
00:15:34: Man sieht das nicht stendig!
00:15:35: Das war bei mir nicht möglich.
00:15:37: Das ja war Therapie bedingt.
00:15:40: Also
00:15:41: fünf Monate lang hattest du das?
00:15:43: Genau.
00:15:43: Da war da noch in der Zeit eine Chemotherapie zur Sicherheit und dann ist wieder da dünn dann zusammengenäht reingestopft und zugemacht worden, ja.
00:15:54: Und dann ging es halt wieder mehr oder weniger normal und der Nachteil ist halt dadurch dass so viel vom Tick dann fehlt das ich im Grunde kein Reservoir habe weil das ganze Rektum weg ist und das schon Auswirkungen hat.
00:16:10: Am Anfang ist es so, dass man da im Grunde pausendlos aufs Klo rennt und auch nicht durchschlafen kann deshalb und dass auch Konsistenz eine gewisse Schwierigkeit ist.
00:16:23: also ich habe schon die Neigung zu Durchfall was dann einfach nicht haltbar in dem Zustand ist.
00:16:30: Das ist halt richtig, richtig lästig.
00:16:33: Es gibt schon einiges was man dann tun kann über Ernährung, über Darmspülungen und so weiter.
00:16:39: aber ich muss mich jetzt langsam und nachdem das jetzt ja bei drei Jahre sind schaffe ich es auch soweit damit an Freunden dass das nicht mehr so wird wie vorhanden dass es gewisse Einschränkungen gibt dass sich nicht immer überall alles essen kann was und wie ich will schauen muss, dass ich Aktivitäten auf Tageszeiten verlagere.
00:17:04: Wo es tendenziell besser geht?
00:17:06: Also klassisch bei diesem, das heißt LAS-Syndrom, Low Interior Reception Syndrome ist, dass es im Tagesverlauf schlechter wird also Vormittag eher klofreier Zeit und dann sind Verlauf des Nachmittags wird's schlechter und das ist der Vorteil.
00:17:22: wenn man das dann weiß, ist es ganz gut planbar.
00:17:25: Also du bist wieder gesund, der Krebs ist weg.
00:17:29: Aber natürlich lebst du mit dem was sich für dich auch verändert hat und du sprichst jetzt drüber mit einem Lächeln das ja schon erstaunlich ist wenn man so sagt man hat es ist schon jemanden so ein Tempfer und eben es ist.
00:17:43: zwar ist der Krebes weg aber Du wirst dir trotzdem täglich auch daran erinnert und du hast wahrscheinlich auch dieses kleine Wölkchen, wo man immer sagt vielleicht kommt wieder was.
00:17:51: Wie kannst du mit so einem Lächeln über diese Zeit sprechen?
00:17:55: Das Wölkkchen ist gerade eigentlich weg weil ich jetzt im Juni die große Nachsorge wieder hatte mit CD- und Rhektoskopie und Allmann das war nicht auffällig und die sind sehr zufrieden.
00:18:07: Wenn wir jetzt zwei Monate zurück gehen wäre das ein bisschen anders von den Emotionen.
00:18:14: Da war die Wolke relativ groß, aber zum Glück eben dann jetzt wieder weg.
00:18:19: und ansonsten ja es ist eh oft schwer und ich habe Tage wo es mir nicht gut geht und wo ich mich sehr ärger und ich merke sie auch körperlich wenn ich dann wieder irgendwas nicht vertraue.
00:18:30: Jetzt die Hitzewelle Anfang Ende Juni, Anfang Juli, das war furchtbar Überhaupt nicht gut.
00:18:37: Ich muss wahnsinnig viel trinken, weil sonst der Darm einfach mehr oder weniger die Arbeit einstellt und ich starken Durchfall kriege und es mir dann auch körperlich wirklich schlecht geht, weil ich so viele Nährstoffe immer aufnehmen kann an Elektrolyte und das alles fehlt als unter der Hitze leider ich sehr... Jetzt ist es kühler!
00:18:57: Das ist viel, viel besser Und da geht es mir dann auch körperlich deutlich besser.
00:19:02: Also du merkst schon große Unterschiede, so gesehen ich genieße die Zeiten wo's gut geht und was ich halt gemerkt habe ist ja man kann sich begrenzt darüber freuen.
00:19:15: hey!
00:19:16: Ich hab das überlebt, ich bin immer noch da aber... Wenn ich heute dann wieder mal nicht vom Klo wegkomme, ist die Freude natürlich weniger groß.
00:19:24: Da denke ich mir wieder einfach um, ob ich mir den Scheiß da einhandeln müssen?
00:19:29: Wie komme ich eigentlich dazu?
00:19:31: Also es ist sehr unterschiedlich.
00:19:32: Heute geht's mir gut.
00:19:33: Heute kann ich drüber lachen und blöde Witze machen was mir insgesamt sehr viel hilft.
00:19:39: aber es gibt doch immer noch einige Tiefs wo das dann nicht so leicht ist und wo ich am liebsten auch... Nicht drüber reden will, niemanden sehen will sondern mich einfach jagern will und ja auch auch trauern um das was fehlt in meinem Leben.
00:19:57: Und dass das auch in Ordnung ist, dass man es nicht einfach negiert vielleicht?
00:20:01: Ja ich glaube das ist ganz wichtig weil's auch hilft irgendwie so zu wissen ja diese Phasen gibt aber es gibt auch wieder andere Phasene.
00:20:10: wenn ich das ganze ausblenden würde wirds mich jedes mal total eiskalt erwischen.
00:20:15: Ich hätte die totale Panik bleibt, das jetzt wieder anders.
00:20:20: Trotzdem manchmal, dass ich mir dann denke, es geht gerade nicht gut was ist wenn das an einem neuen Tumor liegt oder was auch immer?
00:20:27: und ja... Was soll man machen?
00:20:30: Ist leider so, daß ich damit leben muss.
00:20:33: Was habt ihr denn durch diese Anfangszeit am Getragen?
00:20:39: Deine Familie?
00:20:40: Jetzt hast du zwei kleine Kinder gehabt zu diesem Zeitpunkt noch wirklich kleine Kinder.
00:20:46: Wie ist das gegangen?
00:20:47: Ja, die Kinder waren wirklich klein.
00:20:49: Die waren zwei und vier damals.
00:20:51: Und es war so dass man gedacht hat ich will da sein und sie aufwachsen sehen.
00:20:55: also das war eigentlich so.
00:20:57: Das Ziel und warum für mich auch klar war Ich mache alles ein Therapien was nur irgendwie in Frage kommt und werde keine Abstriche machen Weil das Hauptziel ist denn dummer los zu werden und so viel Lebenszeit wie möglich zu Gewinnen.
00:21:11: Jetzt habe ich die Lebenszeit, jetzt kämpfe ich heute um die
00:21:14: Lebensqualität.".
00:21:17: Wie hast du es ... Hast du deinen Kindern schon erklären müssen?
00:21:21: Ja das hab' ich gleich am Dr.
00:21:24: Diagnose eigentlich gemacht also im Kurs dass ich diese Untersuchung hab', das haben wir besprochen.
00:21:28: da wird in ein paar Boah reingeschaut und dann habe ich ihnen gesagt alles was gefunden worden was nicht rein gehört dass muss behandelt werden und muss operiert werden.
00:21:37: Und das wird sicher sehr schwierig werden, aber wir werden es schaffen!
00:21:42: Meine Große hat mich mit ihren damals vier Jahren so ganz verzockt angeschaut und gesagt ja... hat dann mich angestrahlt und gesagt, nein!
00:21:54: Und ich habe gedacht oh je du weißt sie überhaupt nicht was auf uns zukommt.
00:21:57: Du hast ihn nicht verstanden aber Sie sehen eigentlich beide recht gut da reingewachsen in die Situation.
00:22:03: und zwar war okay es war nicht das was man sich wünscht aber es war ok.
00:22:09: und ich habe jetzt im Nachhinein auch gemerkt dass hat mir sehr viel Druck genommen weil ich habe letztens wieder irgendein Artikel gelesen über Mütter die meinen alles muss perfekt sein.
00:22:19: Ich weiß jetzt, meine Kinder werden nie die perfekte Kindheit gehabt haben.
00:22:23: Aber das ist zumindest zu einem großen Teil nicht meine Schuld.
00:22:26: wenn ich da jetzt noch hin und wieder was dazu verpuscht wird es wahrscheinlich nicht so schlimm sein wie die Mama die nur nach der Bestrahlung im Bett herum liegt und immer kurz Kustung kam.
00:22:38: also alles was ich noch verpuschen kann noch am Lastseiche.
00:22:43: So kann man sich auch den Druck nehmen.
00:22:45: Ja genau und das ist halt schon irgendwie, dass es für mich hilft wenn ich irgendwas Positives dran sehe.
00:22:51: Und dann denke ich mir nicht ausgesucht aber manche Dinge hätten sich sonst auch nicht ergeben.
00:22:58: also zumindest habe ich das Beste draus gemacht.
00:23:01: und wenn es nur ist mir selber Druck zu sehen.
00:23:05: Du hast doch gesagt du hast relativ schnell wieder zur Arbeit begonnen?
00:23:09: Ich hab gearbeitet ab Diagnose, weil das war nach zwei Tagen Krankenhaus mit Untersuchungen.
00:23:16: Weil ich so froh, dass ich nicht mehr Patientin bin sondern wieder Lehrerin sein darf.
00:23:20: und was machen der vor sich kaum?
00:23:21: Weil Patientin glaube ich bin ja nicht die Beste, weil wir gesagt haben, ich bin ein bisschen schon sehr rennent.
00:23:26: also mögen die Ärzte und Ärztinnen oft nicht so gern wenn man da widerspricht und sagt, naja ich bestimme das jetzt ein bisschen anders vor.
00:23:35: Und zum Beispiel, ich will den Zugang aus, die haben wir ja dort weh, aber vielleicht brauchen wir noch... Ja und dann legt's mal an, nein!
00:23:41: Ich will den jetzt wegkommen.
00:23:42: Das kommt nicht so gut an bei manchen Leuten.
00:23:46: Man ja verstehe im Oxalit, wenn wir Leute in meine Fachbereiche reinpuschen die davon nicht so viel Ahnung haben.
00:23:54: Aber manchmal ist es auch ganz wichtig da zu sagen ich bin jetzt nicht mehr ein Patientengut Ich bin schon ein Mensch!
00:24:01: Naja und ich habe dann eigentlich gedacht dass sich während der Bestrahlung vielleicht auch arbeiten geht.
00:24:07: Es war nicht möglich weil's mir nicht so gut gegangen ist aber bestrahlung war eben Ich glaube, ja zwei Tage vor Silvester oder so vorbei.
00:24:15: Und ich habe gesagt, passt noch den Weihnachtsferien-Symphtayenne gehe ich wieder in die Schule.
00:24:19: Ein Mann haben wir hinterhergesagt und hat sich gedacht jetzt spinnt sie komplett das wird schon sehen dass es nicht geht.
00:24:26: aber es ging ich hatte recht!
00:24:29: Und es war eigentlich wirklich ein guter... Ja, wieder ein guter Ausflug in die Normalität.
00:24:37: Weil natürlich glaube ich es bleibt nicht so sondern ich falle dann wieder aus.
00:24:41: aber für mich war halt auch irgendwie so der Punkt wenn sie zwischen den Therapien eigentlich ein relativ normales Leben möglich ist Dann habe ich schon sehr stark die Hoffnung dass auch nach dem Therapien wieder ein normales leben möglich sein wird.
00:24:55: und das war ja eigentlich mein Ziel.
00:24:57: und Dadurch hat sich das.
00:24:59: jetzt hat sie doch hier fast Über ein Jahr gezogen die Therapien, aber es hat sie nicht so lange angefühlt weil dazwischen immer wieder Phasen waren wo alles ansatzweise normal war.
00:25:09: Dadurch glaube ich war das auch leichter irgendwie durchzustehen.
00:25:13: wir sind in den Semesterferien eine Woche in Osteroji fahren gewesen und so... Das war schon Ja, was wir da als Familie unternommen haben in dem Jahr.
00:25:23: Wahrscheinlich hätten wir sonst gar nicht so viel gemacht aber jetzt müssen wir die Chance nutzen weil dann kommt immer wieder eine Zeit wo man nur daheim hucken kann.
00:25:33: Ja voll spannend!
00:25:35: Wie schaut denn dein Leben heute aus?
00:25:36: Inwiefern ist es noch so wie es vorher war oder was hat sich für dich verändert
00:25:42: Dadurch, dass ich Kinder habe verändert sich sowieso ständig war.
00:25:45: Und das sind eigentlich die größeren Veränderungen so, dass man wieder mehr Freiheit bekommt, mehr Freizeit mehr machen kann je größer die Kinder werden.
00:25:54: und ansonsten würde ich sagen hat sich es eigentlich zum positiven verändert.
00:26:00: also was ich jetzt so zusätzlich als Hobby hab sind, Kabarettauftritte, Lesungen mit meinem Buch und das macht mir wahnsinnig viel Spaß tut mir auch sehr gut von der Verarbeitung.
00:26:11: Ich sage, auch in meinem Cabaret über Krebs zu reden ist schwer, besonders über Daumenkrebs und ich mache das hauptsächlich deshalb bei meiner Therapeutin hundert Euro die Stunde verlangt und wenn ich das auf der Bühne mach oder in einem Podcast kommt mir das deutlich günstiger.
00:26:28: Manchmal kriege ich sogar Geld dafür.
00:26:30: also dass es eigentlich eine Win-win Situation
00:26:34: Und das ist eine gute Stichwort.
00:26:35: Du hast deine Geschichte jetzt als Kabarett immer wieder, die bringst du auf die Bühne?
00:26:40: Ist da Humor etwas gewesen was dir auch durch diese Zeit geholfen hat?
00:26:43: Ja, auf alle Fälle total!
00:26:45: Also es war schon am Anfang weil ich halt gewusst habe Ich brauche Unterstützung aus meinem Umfeld und muss mit den Leuten darüber reden.
00:26:52: Ich bin tatsächlich in der Schule zu einem Kollegen mit dem ja privat befreundet bin hingegangen hab gesagt ich brauch dich für mein Krebsunterstützungsteam.
00:27:02: Ja okay, aber warum geht es jetzt eigentlich?
00:27:05: Und das habe ich gemerkt.
00:27:06: Es ist so schwierig das auszusprechen Ich hab Krebs weil für die anderen... Also ich habe ja das dann teilweise auch schon ein paar Tage lang gewusst oder Woche Aber für die Anderen war's ganz neu und ganz furchtbar.
00:27:20: Dann war immer so die Frage, welcher Krebs ist er denn?
00:27:23: Und nur gesagt, der weiß, der Krebs is bei mir im Arsch daheim.
00:27:26: Das war dann so der Moment Ein bisschen Leichtigkeit und ja die Schwere rausgenommen hat.
00:27:35: Und halt auch ein großer Vorteil, ich hab das Wort Daumkrebs, dass jetzt so ganz böse klingt nicht aussprechen müssen!
00:27:43: Und dann habe ich schon gemerkt es hilft eigentlich sehr und wenn man aus dem Krankenhaus ist und diese ganzen Abläufe, das ist ja teilweise wahnsinnig absurd was da passiert.
00:27:54: Und dann habe ich halt versucht, das dem Ganzen irgendwie meine Speße zu machen.
00:27:59: Also zum Beispiel habe ich den Befund gekriegt von der Koloskopie und als er an alle möglichen Organe ist gestanden.
00:28:05: Prost hat da unauffällig.
00:28:06: Ich habe gedacht was?
00:28:09: Das hat sich dann ausgestattet.
00:28:10: Der Arzt hat einfach alles angekackelt, was unauffrellig ist ohne zu schauen weil es war nur der Daumen auffällige und die Sanderer da auf Unauffälligen setzt.
00:28:19: Hä?
00:28:19: Da haben wir mal gegoogelt.
00:28:22: Jetzt kommt man in jede zweite Frau, deine Brust hat da.
00:28:24: anscheinend ist die See völliger Blödsinn.
00:28:27: und dann haben wir gedacht okay das ist jetzt sehr spannend!
00:28:33: Und irgendwie ja das sind eben so Sachen wo ich gedacht habe eigentlich muss mir draus was machen hat sich dann gut ergeben, weil ich wusste, dass es immer im Frühling den Kleinkonstvogel gibt.
00:28:45: Das ist so eine Kaparierwettbewerb, wo man sich nur anmelden muss und schnell sein.
00:28:49: Und das reicht!
00:28:50: Ich wusste das, weil mein Bruder den in den Jahr- und Dreizehn gewonnen hat... ...und das war dann so, dass ich mir gedacht habe, ja, das ist eine Viertelstunde.
00:28:58: Viertelsstunden?
00:28:59: Das geht über Krebs!
00:29:01: Weil ewig lang kannst du nicht drüber reden.
00:29:03: Es ist zu deprimierend und das hat auch tatsächlich gut funktioniert.
00:29:09: Nachdem mir das so viel Spaß gemacht hat, bin ich dem dann treu geblieben.
00:29:12: Bin dann immer wieder bei Mix-Shows auf die Bühne für zehn, fünfzehn Minuten.
00:29:19: Und nachdem jetzt das Buch letztes Jahr im Sommer fertig war, war irgendwie schon der Gedanke da!
00:29:24: Ich möchte ein ganzes Kaverierprogramm als nächstes machen und es heißt... unter der Gürtellinie, weil es um den Daimkrebs geht.
00:29:33: Aber ich mache da auch so zwischendurch immer Ausflüge in das Leben als Lehrerchen und das Leben wie Mama.
00:29:40: Weil wenn ich glaube nicht stoff wäre, dass ich da neunzig Minuten über Krebs rede und ich glaube es würde niemanden interessieren und so ist es ein bisschen gemischt mit anderen Dingen Passt ganz gut, dass die Rückmeldungen dich gekriegt sind sehr positiv.
00:29:57: Ich glaube es ist eher das man die Leute hinkriegen muss ins Publikum weil das ein bisschen abschreckt Krebskavaree.
00:30:04: aber die dort waren sagen wir es ist super!
00:30:09: Und du hast auch ein Buch geschrieben?
00:30:10: Ich
00:30:12: habe mittlerweile zwei Bücher geschrieben, ich schwenke sie einmal in die Kamera.
00:30:19: Da haben wir viele abgeraten von diesem Titelbild, ich wollte das so haben!
00:30:24: Also für alle, die jetzt nur hören und nicht sehen... Wie kann man das jetzt erklären?
00:30:30: Ja,
00:30:31: ich schau so quasi... Du trägst
00:30:32: deinen Popo her indem du unter deinen Beinen durchschaust.
00:30:34: Genau und auf dem Popo sitzt ein Krebs.
00:30:38: Er ist es ein Plüsch-Hummer eigentlich.
00:30:40: Stimmt!
00:30:41: Das ist echt ein Hummer aber eben der Krebs der im Arsch sitzt.
00:30:45: Ja genau und ja das war irgendwie so.
00:30:48: mir wurde von vielen Seiten von diesem Titelbild abgeraten.
00:30:51: Ich habe gesagt die möchte zumindest mal das Foto machen weil ich das so lustig gefunden hab diese Idee Und meine Verlegerin hat dann gesagt, sie wäre schon dafür, dass man das auf die Titelseite geben.
00:31:02: Weil bei ihr eben auch mit dem Krebs im Arsch so hängen geblieben ist.
00:31:06: und ja eigentlich jetzt seit es so ausschaut ist es nicht mehr kritisiert worden.
00:31:13: aber das ist so da.
00:31:16: Oder Mut ist immer ein Thema.
00:31:18: Und ich glaube man darf die Sachen einfach nicht so früh verraten, wir haben bei unseren Kindern in den Namen niemandem gesagt vor der Geburt und dann war es ja süß!
00:31:26: Und ich weiß genau Vorhaltskassen, naja das und das sollte man sich vielleicht noch überlegen.
00:31:31: aber wenn es einmal so ist, dann ist es so und ist okay.
00:31:35: Aber du hast mittlerweile auch ein zweites Buch geschrieben?
00:31:37: Ja genau, das war ein Projekt das mich schon lange beschäftigt hat.
00:31:40: Da geht es um meinen Großvater, der ist mit sechs Jahren als Kind einer donau-schwebischen Familie aus dem heutigen Kroatien nach Österreich gekommen im zweiten Weltkrieg.
00:31:51: Die wurden evakuiert und das war irgendwie schon ... Er hat nicht viel darüber geredet, aber wir haben sie so gewusst.
00:31:59: Und wie man gedacht, eigentlich ist das eine Geschichte die man aufschreiben sollte und ich habe vor zehn Jahren damit begonnen und es war halt irgendwie ein bisschen ein Projekt für mich.
00:32:08: und immer so dahinter gedanke ja vielleicht irgendwann Ich hab's dann tatsächlich schon im Eigenverlager mal drucken lassen für die Familie.
00:32:15: und jetzt war also die Idee Ja jetzt habe ich einen Verlag Jetzt werde ich es irgendwie netters rauszubringen.
00:32:21: Das ist jetzt auch erschienen als heißt Dona Schwabe und Moschädel Und freut mich besonders, dass ich da jetzt sogar schon zwei Bücher habe.
00:32:31: Das war auch mein Kindheitstraum von mir Schriftstellerin zu werden!
00:32:35: Jetzt bin ich halt weg der Fantasie, wo ich damals war und wer in der Realität so Hause mit meinen Texten ist.
00:32:45: Einfach muss man sich nicht so viel einfallen lassen...
00:32:49: Einfach das Beste auch aus den Situationen zu machen.
00:32:52: Das können wir uns von dir wahrscheinlich echt mitnehmen, dass man sagt okay ja man hat manchmal so Diagnose, man hat mal Dinge im Leben die einen richtig niederdrücken aber...
00:33:03: Aber irgendetwas findet man positiver dran.
00:33:07: und was ich sagen kann was immer das Positive an Krebs ist, so schlimmer Sache ist gesellschaftliche Konventionen gelten dann nicht mehr.
00:33:15: Man muss nichts mehr weil es sich so gehört.
00:33:18: Also das ist schon eine Freiheit, die man in der Situation genießen sollte weil man sie sonst nicht hat.
00:33:25: Aber da braucht man sich wirklich nicht drum kümmern was kehrt sich und was denkt wie ein anderer Weil... Da ist so sehr Ausnahmezustand dass alles okay und alles erlaubt ist.
00:33:36: Was ist zumindest meine Erfahrung?
00:33:39: Und ich denke mal wenn an den Schicksal schon sowas Schlimmes hinkneut.
00:33:45: Dann muss man schauen dass man zumindest die Benefits ausnutzt, die man daraus hat.
00:33:52: Worüber kannst du dich heute noch ärgern?
00:34:01: Schwierig!
00:34:01: Ich habe mich schon zeitweise darüber geärgert dass ich nicht früher zur Koloskopie gegangen bin weil ich ja die Symptome hatte und vielleicht hätte ich mir damit der adiomante Chemo gespart aber andererseits wären die Kinder noch kleiner gewesen.
00:34:14: das wäre alles nach schwieriger gewesen im Nachhinein betrachtet.
00:34:18: Ich glaube, ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich bedenke es war okay so wie's war, hätte man nicht ausgesucht.
00:34:26: aber ich bin eigentlich mit dem zufrieden was ich draus gemacht habe.
00:34:30: Ich bin mit meinem Leben soweit zufriedenzufrieden im Großen und Ganzen und ich glaub also das ist irgendwie für mich Glück um zu Friede in deinem Leben wenn man immer wieder an Punkte kommt wo man sagt ok es waren zwar Wirklich beschissene Zeiten, aber ohne dem wer ein netter Mensch der jetzt bin und ich bin gern der Mensch der Jetzt Bin.
00:34:53: Und das ist für mich so okay wie es ist.
00:34:56: Und damit kann ich dann auch das annehmen was sie sonst vielleicht ja nicht so positiv gesehen hat.
00:35:04: Wenn du jetzt nochmal zurückblickst, was hat dir noch eine Sache nennen müsstest am meisten geholfen in dieser Zeit?
00:35:11: Ich glaube tatsächlich dass ich offen darüber gesprochen habe.
00:35:14: Das war für mich wirklich das Wichtigste, dass alle auch Bescheid wissen und es da keine Gerüchte oder Grüberlein gibt was jetzt eigentlich genau los ist.
00:35:28: Das war schon sehr hilfreich und das war immer noch.
00:35:31: wenn ich mit Leuten zu tun habe die über meine Diagnose Bescheid wissen ist es schon sehr erleichtern, weil ich weiß da denkt sich niemand was wenn jetzt zum Essen eigentlich an bin und die verschwind hinterher fünf mal am Klo.
00:35:44: Im Minutentag oder sonst irgendwas.
00:35:48: und das sag ich so... Was ist da jetzt in dem keine Ahnung?
00:35:53: In der Nudelsauce genau drinnen hast du zwüffel eine dann weil dann nimm ich lieber nur ganz wenig oder was auch immer dieses nicht ständig erklären müssen, warum und wieso.
00:36:05: Also das ist für mich eigentlich das Schwierigste.
00:36:10: wenn ich Leuten erklären muss, warum bei mir manche Dinge vielleicht nicht so funktionieren wie bei anderen, dann bin ich sehr froh dass die meisten Menschen mit denen nichts zu tun hat Bescheid wissen.
00:36:26: So im Wigli-Wagel bin, versuche ich jetzt möglichst normal zu sein oder sage gleich.
00:36:31: Letztens habe ich so einen Sportkurs gemacht bei uns im Ort und der Kursleiterin habe erzählt von einer Krebsdiagnose aber bei den anderen nicht und dann habe ich gedacht, ich wäre am liebsten.
00:36:42: Ich werde mir fast wieder hinstellen und sagen bitte nicht wundern wenn ich mal aufs Kochen habe.
00:36:46: Ich hatte die Armkrebs gehabt das ist bei mir normal.
00:36:50: Ich dachte, das kann ich auch nicht machen!
00:36:53: Und dann habe ich halt versucht mich normal zu verhalten.
00:36:56: Aber das ist nicht irgendwie danach ein bisschen mit Stress verbunden, weil man denkt, ich mag da jetzt nicht aufhören, dass sie alle denken was ist mit dir los und sagen kannst du auch nicht immer... Also das ist eigentlich das Unangenehmste für mich wenn wer nicht weiß was los ist!
00:37:13: Vielen Dank für deine Einblicke.
00:37:14: sehr spannend und du hast es auch schon gesagt, das hilft offen zu reden.
00:37:18: Die hilft es, aber es hilft vielleicht auch ganz vielen anderen die jetzt da zugehört zu gesehen haben, die vielleicht wen kennen oder selbst in einer Situation sind wo sie dann gerade schlecht geht dass man halt doch irgendwo ein bisschen Hoffnung versprühen kann das man mal hoffentlich geschafft.
00:37:32: ja.
00:37:33: also das hoffe ich sehr dass das anderem auch hilft und sich vielleicht trauen mehr drüber zu reden, weil ich habe immer noch so das Gefühl Krebs ist sowas wo die Leute nach der Diagnose verschwinden und irgendwann gesund wieder auftauchen oder man trifft sich dann beim Begräbnis wider.
00:37:48: Und da denke ich mir warum eigentlich.
00:37:51: meines mag sein dass es für manche der richtige Weg ist aber es ist sicher nicht der einzige Weg.
00:37:58: und ich möchte einfach sagen man kann das anders auch machen und wenn sich's für wen nicht richtig anfühlt in der Versenkung zu verschwenden muss man das nicht.
00:38:07: also keine Vorschrift, du darfst mit Krebs nicht unter die Leute.
00:38:12: Wir sind immer Mitleute.
00:38:13: wenn man da so Glocken umklingt kriegt das Aussätzige.
00:38:17: Absolut!
00:38:18: Das geben wir gerne mit.
00:38:19: Ich sage vielen Dank für diese umfassbar tollen Einblicke.
00:38:23: auch ich wünsche dir alles alles Gute.
00:38:26: dass es so weitergeht, dass du so einen Humor versprühen kannst das nimmt uns alle mit.
00:38:31: Freut mich sehr, dass du da warst.
00:38:32: Ja danke für die Einladung!
00:38:34: Mich hat es auch sehr gefreut.
00:38:35: das war so nett zu blauen oder?
00:38:38: Danke schön
00:38:39: bis zum nächsten Mal.
00:38:40: Das war gesund und glücklich.
00:38:43: alle folgen findest du auf nachrichten.at.
00:38:45: slash podcasts.