Gesund und glücklich

Gesund und glücklich

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00:00:02: Herzlich willkommen zu Gesund und Glücklich, dem Gesundheits-Podcast der Oberösterreichischen Nachrichten mit Barbara Rohrhofer.

00:00:10: Im Serienspecial Wieder gesund zurück ins Leben geht es um bewegende Geschichten von Heilung, Hoffnung und Neubeginn.

00:00:16: – heute zu Gast Tanja Guzenleitner Kern.

00:00:20: Sie spricht über die Diagnose Brustkrebs im Alter von thirty-two Jahren, über Therapie und Operationen was ihr Kraft gegeben hat Und wie dieser Schicksalsschlag ihr Leben grundlegend verändert hat?

00:00:57: kam die Diagnose Brustkrebs und damit Operation, Chemotherapie, Anti-Hormonbehandlung.

00:01:03: Und alles was dazu gehört nämlich auch Bestrahlungen.

00:01:08: Treizehn Jahre später zieht sie Bilanz.

00:01:10: heute ist sie fünfundvierzig und sagt für mich war der Krebs der mich zu einer starken Frau gemacht hat die ich heute bin.

00:01:19: durch diese Herausforderung habe ich gelernt wie wertvoll das Leben ist und wie wichtig es sich selbst zu lieben.

00:01:26: Diese Erfahrung habe ich auch die Kraft gegeben, für ihre Träume voranzugehen.

00:01:31: Herzlich willkommen, Tanja Guzenleitner-Kern!

00:01:34: Vielen Dank, dass ich heute hier sein darf.

00:01:37: Frau Guzenletter-Kerren wie war das damals als Sie die Diagnose bekommen haben?

00:01:42: Was war da vorher?

00:01:43: Erzählen Sie uns das bitte.

00:01:45: Ja, es war so dass meine kleinere Tochter wie sie schon richtig gesagt haben erst ein Jahr alt war und ich habe mir dann dabei nichts gedacht also in der Brust da ein bisschen einen Knoten gespürt hab weil ich mir dacht hab das kommt vielleicht noch vom Stillen oder so.

00:01:58: Und irgendwie hat's mal aber keine Ruhe gelassen und die erste Person mit der ich darüber gesprochen habe war dann meine Mutti.

00:02:05: und ich war mal gesagt du Mutti ich spürte was soll dir denn jetzt tun?

00:02:08: Ich hab mich natürlich gleich einmal zum Ortsgeschick zu meiner Frauenärztin.

00:02:14: Dann hat eigentlich sehr rasch diese Maschinerie begonnen, in die ich dann reingekommen bin.

00:02:21: Schon die Frau ein Ärztin hat gespürt das könnte was bösartiges sein, hat mich dann ins Krankenhaus geschickt und ist biopsygemacht worden und dann ist alles sehr rascher zum Glück gegangen.

00:02:33: Ich bin dann bereits noch drei Monate operiert worden und habe dann mit der Chemotherapie schon beginnen können.

00:02:40: Und das war auch gut so, denn in diesem Alter hat man meistens einen sehr schnell wachsenden Krebs weil sich die Zellen noch sehr, sehr schnell vermehren.

00:02:49: und ja deswegen war es auch gut dass das dann so schnell als beginnen konnte.

00:02:55: Das war also dieser

00:02:57: Verlauf

00:02:58: den das Ganze genommen hat.

00:03:01: Wie waren Ihre Gedanken, als Sie das zum ersten Mal hörten?

00:03:04: Man fürchte sich wahrscheinlich vorher auch schon.

00:03:07: Man tut es jetzt.

00:03:08: im Raum steht, dass könnte etwas Bösartiges sein wie sie da gegangen

00:03:12: sind.

00:03:12: Ganz ehrlich gesagt ich weiß noch, wie ich lachend im Auto gesessen bin bei meinem Papa.

00:03:17: der hat mir damals nach der Biopsie abgeholt und wir sind über ein Jahr unter dem Müllviertel.

00:03:22: Wir haben sechzig Kilometer darauf zum fahren und wir haben nur im Auto geschärzt.

00:03:28: Das kann ja gar nix bösartig sein.

00:03:30: Ehrlich gesagt, ich hab mir nicht ein einziges Mal bis das die Diagnose dann tatsächlich war, habe immer gedacht dass ich eine bösortige Krebsart bekommen könnte und auf so mehr hat es mich natürlich schon einmal einen richtigen Stich gegeben als die Diagnose festgestanden ist.

00:03:46: War

00:03:46: das telefonisch oder sind Sie da jetzt dran?

00:03:48: Nein!

00:03:48: Ich bin mit meinen Mann zu dieser Befundbesprechung rauf gefahren.

00:03:53: Dann sind wir da beim Arzttraining gesessen und da erinnert ich mich natürlich auch noch, als wäre es gestern gewesen.

00:03:57: Ja im weißen Arztkittel wird zwar da ganz drinnen gesessen so als würde uns jetzt keine schlechte Botschaft erwarten Und dann ist einfach dieses Wort gefallen.

00:04:08: Frau Gussendleutner Kerne sie haben Brustkrebs.

00:04:10: Ich weiß nicht ob man dann docksessen hat und ob's nicht glauben können.

00:04:14: Ich habe dann zum Arzt gesagt, wie jetzt?

00:04:16: Was heißt das?

00:04:17: Brauche ich eine Chemotherapie.

00:04:18: Das war so meine erste Frage, weil das Schrecklichste an Krebs war für mich wirklich immer die Chemotherapien.

00:04:24: Diese Menschen, die keine Haare haben und die keine Farbe mehr im Gesicht haben, keine Augenbrauen – das war für me so unweigerlich mit Krebs verbunden.

00:04:34: Und dann hat er gesagt ja natürlich alles!

00:04:39: Es war auch sehr nüchtern von ihm da mir her geschmissen sozusagen.

00:04:44: Das war schon ein bisschen momentan sehr schwierig, das aufzufangen für sich selbst.

00:04:50: Und Sie haben selber nicht das Gefühl gehabt dass sie irgendwie schlecht geht oder das gar nichts?

00:04:54: Das war aus voller Gesundheit!

00:04:55: Ja, das war wirklich ... ich war sportlich... Ich habe immer schon auf meine Ernährung geachtet.

00:05:00: War immer, das traue ich mal schon so zu sagen, sehr ein bewusster Mensch.

00:05:04: Hab auch immer gut auf meine mentale Gesundheit geschaut.

00:05:07: Um so schwieriger war es dann eben wirklich zu sagen so, und jetzt habe ich eine lebensbedrohliche Krankheit.

00:05:14: Obwohl ich immer so auf mich geschaut habe...

00:05:19: Und ist in der Familie dieser Krebs schon einmal vorgekommen?

00:05:23: Nein

00:05:23: noch gar nie!

00:05:24: Und es war aber eine Krebsart, die man auch mit Hormonen, also der Hormonsensitiv auf Hormone anspricht.

00:05:30: Genau!

00:05:30: Das ist ja nicht mehr der bessere Fall.

00:05:32: und haben Sie auch eine Anti-Hormontherapie bekommen?

00:05:35: Genau das war ja eigentlich was jetzt nachhin eingesehen.

00:05:39: schon Glück im Unglück.

00:05:40: Ich habe eine sehr gut behandelbare Krebsat gehabt, die eben auf viele Faktoren angesprochen hat.

00:05:46: Darum hat man auch so viel Sachen machen können, so viele Behandlungen.

00:05:52: Ich habe ihm dann als erstes die Chemotherapie bekommen, dann ist man weitergegangen mit einem ja Immuntherapie, hab dann aber auch vorher die Bestrahlungstherapiekopter, ich glaub' dreiunddreißig Bestrahlungen was ich gehabt hab und dann noch fünf Jahre eine Hormontherapwie wo ich eben Hormone bekommen hab, wo ich in den künstlichen Wechsel gekommen bin.

00:06:12: Also eine

00:06:12: Anti-Hormon-Therapie?

00:06:13: Genau, genau

00:06:14: eine anti-hormonen Therapie.

00:06:17: Das Futter für den Krebs entzieht.

00:06:18: Genau!

00:06:20: Und war Ihre Angst groß?

00:06:21: Also wenn man jetzt hört, Sie haben Krebs mit zwei oder drei kleinen Kindern ... Was ist da im Kopf?

00:06:28: Momentan schon.

00:06:30: Natürlich war es das Warum ganz groß im Raum gestanden und warum trifft es mich jetzt nicht.

00:06:35: Das gibt's doch eigentlich gar nicht.

00:06:38: Aber es hat dann sehr schnell noch ein paar Wochen wie ich dann gewusst habe, wie das alles weitergeht.

00:06:45: Dass es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, dass sich eine gute Überlebenschancen haben.

00:06:51: Sehr schnell umgeswitscht in meinen Gedanken in dieses Wozu?

00:06:57: Wozu bekomme ich jetzt?

00:06:59: Diese Krankheit.

00:07:00: Ich habe zu meinem Mann immer gesagt, irgendwann bekam ich mir einen Monkschwür.

00:07:04: Das war so mein ... Ja, ich bin sehr perfektionistisch veranlagt und hab natürlich geschaut, dass im Haushalt bei den Kindern alles immer gut passt.

00:07:13: auch im Job wird die immer gut sein...

00:07:15: Was haben Sie damals gearbeitet?

00:07:17: Ich habe auf der Gemeinde gearbeitet, bei uns in Königswiesen standesamt und auch im Sekretariat der Amtsleitung mit zwanzig Stunden nur.

00:07:25: aber es war eben ja nebenbei noch viel zu jonglieren.

00:07:28: Das war immer alles wichtig, dass ich das gut mache.

00:07:33: Deswegen habe ich mir irgendwann mal einen Mann gespürt und der Magen war für mich das, was immer dann angeschlagen hat, wenn es mir nicht so gut gegangen ist.

00:07:41: Aber nachher sind wir klar geworden, warum es gleich Krebs sein müssen.

00:07:45: Wenn ich nur ein Magengeschwür bekommen hätte, das hätte ich nicht gehört.

00:07:49: Mein Körper hat schon auch vorher mit kleineren Dingen ein bisschen Alarm geschlagen, die ich aber nicht gehört

00:07:54: habe.".

00:07:56: Ja, genau.

00:07:57: Das war ein ... ja ich hab da noch mal blind am Operation gehabt.

00:08:00: Also das war alles so.

00:08:00: in diesem Magen-Damen-Bereich, sag ich jetzt einmal, wo ich zu tun gehabt habe und dann ist eben der Krebs gekommen, der mir einfach aufgezeigt hat so, und jetzt Tania

00:08:11: stopp!

00:08:12: Jetzt mach einen Cut und schau auch mal wie du dein Leben weiterleben möchtest.

00:08:18: Es war sehr viel zu dem Zeitpunkt Geheiratet, Haus gebaut.

00:08:23: Drei Kinder können arbeiten ist ja eigentlich eine Mischung das zu schaffen.

00:08:27: aber es ist sehr viel.

00:08:28: Ja Es war sehr viel und nach der ersten Chemotherapie war auch dann dieser Gedanke da wo so ein schlecht geht wo man diese ersten Flüssigkeiten in den Körper bekommt und wie ich dann nach Hause gekommen bin völlig fertig schon, weil das natürlich schon gewirkt hat dann und mich auf die Couch klickt habe, weil ich gar nicht so irgendwas fähig gewesen war.

00:08:50: Also dieser erste Gedanke der in mir hochgekommen ist, endlich hab' ich eine Pause!

00:08:56: Und das hat mich dann auch sehr zu denken gebracht.

00:08:59: Da haben wir die Chemotherapie gebraucht um sich eine Pause zu genehmigen, irgendwie Last Exit?

00:09:05: Es war wirklich... Ja, fast so.

00:09:08: Es war nicht so, dass ich vorher keine Pausen gehabt habe aber ich hab sie nicht bewusst wahrgenommen.

00:09:12: Es waren immer alles so schnell, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause gekommen ist dann habe ich oft gesagt man kann ich schnell laufen gehen schaust du schnell auf die Kinder und ich bin ein Schockenganger.

00:09:21: es war immer alles zwischen den Dingen und das war nichts was ich wirklich einmal ganz bewusst wahr genommen hätte und das ist mir dann klar geworden diese Zeit die ich habe bewusst zu nutzen.

00:09:35: Nur mal zum Verständnis.

00:09:37: War die Chemotherapie vor der Operation oder war das erste?

00:09:39: Zuerst

00:09:40: die Operation und dann die Chemo-Therapie, genau das ist auch immer verschieden, aber bei mir war der Krebs noch sehr klein.

00:09:46: zum Glück also ich glaube um eins, sechs Zentimeter war der Tumor und deswegen hat man vorher operiert auch Lämpfknoten natürlich entfernt weil er schon gestreut gehabt hat

00:09:58: und

00:09:59: dann ist erst die Chemotherapeutin.

00:10:01: Dann

00:10:01: kam die Chemoterapie Kurz darauf noch der Biopsy, oder?

00:10:05: Ja.

00:10:06: Die Biopsie war im Juni und im August die Operation Anfang August.

00:10:13: Und dann schließt die Chemo an.

00:10:14: Dann war im September gleich die Chemо losgegangen.

00:10:17: Sie haben die Haare verloren?

00:10:19: Alles natürlich!

00:10:21: Waren eine von denen, vor denen sie sich früher so gefürchtet haben?

00:10:25: Ich kann mich auch noch erinnern als ich im Krankenhaus bei der ersten Chemotherapie über Nacht bleiben muss.

00:10:33: wie ich dann in das Zimmer gekommen bin mit lauter Krebspatienten, also das macht schon was mit einem.

00:10:37: Wenn man die schon sieht, die schon weiter fortgeschritten sind und selber erstrahlt man ja noch mitten im Leben ... Ja es war schon wild.

00:10:48: aber jetzt im Nachhinein kann ich auch da sagen, das war eigentlich dann das wenigste.

00:10:52: Also mir hat mein Mann die Haare dann geschoren, wie wir gemerkt haben sie gehen aus.

00:10:57: Ich habe mich dann in den Spiegel geschaut mit meiner Glatze und da haben wir

00:11:00: gedacht,

00:11:00: so schlecht schaust du eigentlich gar nicht aus.

00:11:02: Also ich hab mir mit dem allem gut abfinden können ja.

00:11:05: Und es war aber plötzlich eine innere Stärke da die Sie vielleicht vorher nicht gekannt haben oder schon?

00:11:10: Eine innere Sterke habe ich immer schon gehabt.

00:11:12: Ich glaube sonst hätte das gar nicht alles so machen können wie mein Leben verlaufen ist Aber es hat sich insofern verändert als dass mir bewusst geworden ist.

00:11:22: Das Leben ist ihm jetzt Wir alle, wir können nicht sagen wie alt wir werden.

00:11:27: Keiner von uns!

00:11:28: Es kann morgen irgendwas passieren... Das große

00:11:30: Geheimnis des Lebens?

00:11:31: Ja genau und dadurch ist mir so bewusst geworden ich muss im heute leben.

00:11:39: Damals war für mich so wenn ich meinen vierzigsten Geburtstag erreiche habe ich mal über die Tochter und meine kleinere Tochter acht Jahre.

00:11:44: dann schafft mein Mann das schon mit den Kindern irgendwie alleine.

00:11:47: aber jetzt kämpfe ich für mein Leben für meine Kinder, für meine Familie.

00:11:54: Das gibt auch natürlich eine Kraft.

00:11:55: Und ich hab dann nach und nach begonnen, mit Büchern zum Lesen.

00:11:59: Das war das erste, wo ich einfach einmal Bücher gekauft habe, die mich so richtig angesprungen haben.

00:12:05: Von

00:12:05: Menschen, die das geschafft haben?

00:12:07: Nein!

00:12:07: Sondern das erste Buch, was ich mal gekauft hab, war von Robert Betz, willst du normal oder glücklich sein?

00:12:15: Dieses Buch, da bin ich dann mit Leuchtstift dabei gesessen und hab markiert, markiert... und mir gedacht, wow der schreibt von mir.

00:12:23: Und durch dieses Lesen, viele Lesen.

00:12:26: Ich habe dann auch wieder zum Meditieren begonnen und nach und nach viele Ausbildungen angefangen hat mir das auf diesen Weg gebracht zu verstehen wie unsere Gedanken funktionieren dass diese ganze vorher wo ich in diesem Funktionieren war, in diesem Funktionsmodus Nur meine Gedanken waren, die mich da festgehalten haben.

00:12:45: Natürlich auch all die Muster und Prägungen.

00:12:47: Ich komme von einem Bauernhof.

00:12:48: bei uns war die Arbeit immer sehr wichtig.

00:12:50: Bei uns ist viel gearbeitet worden.

00:12:52: Auch meine Eltern haben sie alles erarbeiten müssen was sie gehabt haben.

00:12:57: das hat mir natürlich geprägt.

00:12:59: Und da einmal zu schauen wie will ich es denn oder hat sich vielleicht auch die Zeit ein bisschen verändert?

00:13:05: darf meine Zeit eine andere Qualität haben mit meiner Familie und auch für mich?

00:13:10: darf ich mir auch um mich selbst kümmern.

00:13:12: All diese Dinge haben dann nach und nach dazu geführt, dass ich wirklich mittlerweile ein Leben im Augenblick führe.

00:13:19: Das kann ich aus voller Überzeugung

00:13:20: sagen.".

00:13:21: Was hat sie am meisten durch diese Zeit getragen?

00:13:25: Oft kann man ja sagen okay das war das an was ich mich festhalten habe, Kinder oder der Grund meiner Stärke?

00:13:32: war es der Glaube oder Menschen?

00:13:35: Es waren Menschen.

00:13:38: Das war die großartige Unterstützung meiner Mama und meiner Schwester, die in der Zeit für meine Kinder so viel dobern werden, weil ja meinen Mann auch arbeiten gehört müssen.

00:13:50: nie an unserer Beziehung gezweifelt hätte oder an dem, dass ich nicht wieder gesund wäre.

00:13:54: Der mir in allem unterstützt hat wo ihn gebraucht habe soweit es heute für ihn gegangen ist.

00:13:59: und dann ein großer Punkt waren meine Kinder klar!

00:14:02: Ich wollte dabei sein wenn mein erstes Enkelkinder mal geboren wird.

00:14:06: Wann sie einmal heiraten.

00:14:07: all diese Gedanken gingen ja auch an den anderen Kopf.

00:14:09: Aber ich kann bei meiner kleinen Tochter vielleicht nicht einmal über der Erstkommen hier unterbeisein Ich will aber dabei sein.

00:14:15: Und für all das lohnt es sich dann.

00:14:17: und natürlich erlebt man all diese Dinge auch ganz anders, man sitzt bei allen dabei und denkt sie ich darf da noch dabei sein, ich darf das jetzt erleben!

00:14:27: Meine mittlere Tochter ist in Amerika.

00:14:29: wir sind letztes Jahr dazu ihr rübergeflogen.

00:14:31: allein diese Erlebnisse, da sitze im Flugzeug mit Tränen an die Augen und sage einfach nur Danke, danke, danke dass ich das alles erleben darf.

00:14:38: Wie alt ist die mittlere Dochter?

00:14:40: Die ist jetzt zwanzig Jahre.

00:14:41: Ja unglaublich.

00:14:44: Und nach in Amerika oder wieder zuhause?

00:14:46: Nach in Amerika, wenn zwei Wochen holen wir sie drüben ab und holen sie nach Hause.

00:14:55: Das Mutter gehen unter Anführungszeichen dass man sagt ich muss die Kinder aufwachsen sagen das ist ja das Schlimmste was man sich denkt.

00:15:00: das kann man nicht.

00:15:02: Ja schon Es ist dieser Gedanke, dass man für die Kinder erstens möchte mal da sein.

00:15:08: Ich weiß wie schwer es für Familien ist wo die Mama einfach ... Man kennt ja im bekannten Kreis Menschen wo die Mamma schon früh gehen hat müssen und man weiss das das einfach nicht so einfach.

00:15:20: dann ist für die gesamte Familie Und das wollte einer immer ersparen und Ja ich will da einfach dabei sein Ein gewisser Egoismus ist natürlich auch dabei.

00:15:30: Natürlich macht man das alles für sich selbst, ich möchte dabei sein!

00:15:34: bei diesen Erlebnissen meiner Kinder.

00:15:36: Ich möchte aber auch selber noch das Leben so richtig spüren und leben, ich habe Gustis ... Aber es wartet ja noch so viel auf mich!

00:15:43: Ich hab schon, ich weiß, ein oder zwanzig beim meinem älteren Sohn, wie der geboren worden ist... Und ich hab immer zu meinen Mann gesagt wir kriegen jetzt erst die Kinder, wir machen alles was so unsere Träume waren, was so dazugehört in unserem Leben.

00:15:56: und mit vierzig da startet er dann noch mal richtig durch.

00:15:59: Und damals war er dann jetzt zwei oder

00:16:01: drei.

00:16:01: Was wollten Sie denn tun?

00:16:03: ich dann zum Studieren und mache all das, was ich ... Ich wollte immer bald kennen.

00:16:07: Das war immer mein großer Wunsch, eine junge Mama zu sein.

00:16:10: Und ich mach das dann nachher.

00:16:11: Und das ist auf einmal in so einer Ferne gerückt worden.

00:16:14: Da dachte man, das war ja jetzt noch nicht mein Leben!

00:16:17: Und das hat mir auch irgendwie diese Kraft gegeben für meine Träume noch zu leben und voranzugehen.

00:16:24: Gab es Zeiten, in denen Sie einmal in einem so grauen Loch gesessen sind?

00:16:28: Ich glaub, das ist ich hoffs nicht.

00:16:31: Oder kriegt man da ... Ist es so ein Auf und Ab oder erreicht man dann irgendwo einen Plateau?

00:16:36: Ich sag zu dieses tiefe Loch, in das bin ich nie gefallen, weil ich auch den Tod bis zu einer gewissen Weise akzeptieren konnte.

00:16:47: Also ich hab mir gedacht, wenn ich jetzt sterben müsste, dann möchte ich in Frieden gehen können und bin oft so in mich gegangen und hab mir so überlegt, kann ich das?

00:16:58: bis zu diesem Zeitpunkt, die jetzt alles so gemacht wie es wieder machen würde und das habe ich immer mit Ja beantworten können.

00:17:04: Und das hat mir so einen Frieden gegeben.

00:17:05: Ich hab zu meinem Mann gesagt, die einzige Betänung was ich habe war nicht sterben sollte.

00:17:09: wenn ich es nicht schaffen sollte dann muss er mich auf unsere Terrasse raussitzen in meinen Sessel und ich möchte hier die letzten Stunden meines Lebens verbringen.

00:17:18: also ich habe mir auch mit dem Tod auseinander gesetzt aber es war nie so dass ich Angst davor guckt hätte und es war immer in mir dieses tiefe Wissen, ich werde das schaffen.

00:17:27: Und wenn so eine düstere Zeit ein bisschen war ... Es war dann auch November-December wo ich die Chemotherapien gehabt habe, wo's bald Fenster wird und wo sowieso die Stimmung ein bissel andere ist... Ich hab da Gedichte geschrieben dann!

00:17:39: Wenn ich auf der Couch gelegen bin und das mir nicht gut gegangen ist nach der Chemotherapie, dann hab' ich Gedichte geschrieben.

00:17:44: und wenn ich mir die Heid lese, dann habe ich gesagt So ist es mir damals gegangen.

00:17:50: Da kommt dieses düstere Schaden auch vor, wenn ein Nebel draußen war habe ich dann so geschrieben ja ich fühle mich jetzt genau so trist, so trüb und das hat mir geholfen über diese Zeit auch zu verarbeiten.

00:18:03: Also auch schreiben wo dabei?

00:18:05: Man kann sich etwas von der Seele schreiben

00:18:06: was man da sagt.

00:18:07: Genau sowieso ganz stark bin ich ja jetzt auch Freie Rednerin schreibe viele Geschichten über Menschen.

00:18:12: das hilft mir ohnehin immer sehr.

00:18:15: Und wie ist das dann stetig besser geworden?

00:18:19: Wie war denn da verlaufte Therapie?

00:18:21: wahrscheinlich ungefähr ein Jahr gedauert, stelle ich mir vor.

00:18:23: Genau also Chemotherapie und Bestrahlung ungefähr ein Dreivierteljahr und dann ist es mit Immuntherapien so weitergegangen.

00:18:30: aber da ist es mir dann gesundheitlich immer schon wieder besser gegangen.

00:18:36: Ich habe auch zwischen die Chemotherapien immer wieder versucht Sobald es gegangen ist.

00:18:41: am vierten fünften Tag bin ich ja wieder rausgegangen, spazieren gegangen.

00:18:46: Nach der zweiten Woche habe ich dann sogar auch schon wieder einen Kilometer laufen können.

00:18:50: Ich habe wirklich versucht meinen Körper... ganz gut mitzunehmen und zu schauen, was ist möglich?

00:18:58: Wie weit darf ich gehen?

00:18:59: Ich habe in dieser Zeit dann auch mit Yoga begonnen.

00:19:01: Weil ich ihm gemerkt habe, dass es sehr mit Vorsicht läuft.

00:19:05: Das kann ich nicht lange und nicht weit laufen.

00:19:08: Aber Yoga hat mir sehr gut getan und das praktiziere ich noch immer.

00:19:11: Also das ist aus dieser Zeit geblieben!

00:19:14: Weil ich damals der Meinung war, Yoga ist nur etwas, was man so ein bisschen nebenbei macht und bin da draufgekommen.

00:19:18: Und nicht ansteigend?

00:19:19: Es kann nicht anstrengen!

00:19:21: Genau, und es hat richtig gut getan.

00:19:23: Das Ganze ist jetzt ja dreizehn Jahre aus, also das ist eine sehr lange Zeit.

00:19:28: Sie gelten wahrscheinlich als geheilt aber gilt man auch nie, aber im Prinzip sagt man ja es ist vorbei, aber es kann immer sein dass man wieder erkrankt.

00:19:38: Aber es ist halt nicht wahrscheinlich.

00:19:40: wie gehen sie mit dieser Angst um?

00:19:41: Dass wieder mal was kommen sollte oder haben sie die gar nicht?

00:19:45: Die habe ich hin und wieder wenn ich aus einem bekannten Kreis höre, dass wieder jemand ein Rezitiv hat

00:19:52: Genau,

00:19:52: dass der Krebs bei einer ... Ich hab zum Beispiel fast zeitgleich mit einer Nachbarin aus meiner Siedlung Krebs gehabt.

00:19:59: Bei der ist vor.

00:20:00: ich glaube dieses zwei Jahre aus hat sie wie erneut Krebs bekommen.

00:20:05: also dieser Fahnhubter habe ich schon einmal einen Tag gebraucht.

00:20:08: wirklich da habe ich mich hingesetzt und habe einfach geweint.

00:20:11: für Sie, für mich einfach dieses Gefühl dasein lassen diese tiefe Traurigkeit das es jederzeit auch bei mir so sein kann.

00:20:18: Und auch natürlich für sie hat es mir unglaublich leidgetan, dass sie das jetzt noch einmal durchmachen muss.

00:20:25: Dann aber gelingt es mich immer wieder sehr schnell dadurch, dass ich gut weiß wie ich meine Gefühle, wenn sie zu mir regulieren kann, mich da wieder rauszuholen und trotzdem wieder zu leben.

00:20:39: Ich kann's immer wieder nur sagen.

00:20:41: Ich versuch dann immer wieder an diesem Tag zu leben so als wäre jeder Tag mein letzter Reihen sich ein schöner Tag nach dem anderen aneinander und deswegen habe ich auch keine Angst, wenn ich morgen gehen müsste.

00:20:58: Woher nehmen Sie dieses Vertrauen ins Leben?

00:20:59: Ist das in der Kindheit entstanden?

00:21:02: Ist es höchstwahrscheinlich... Ganz

00:21:04: bestämt in der Kinder die waren unglaublich schöne Kinder gehabt immer öttern gehabt, die für mich da waren bin in einen sehr behüteten Haus aufgewachsen.

00:21:11: Ich habe einen starken Rückhalt von der ganzen Verwandtschaft.

00:21:15: Wir sind ein richtiger Familienklar, würde ich es fast nennen.

00:21:19: Da habe ich dieses Urvertrauen aufbauen können und jetzt gibt mir diese Kraft, dieses Wissen was ich in mir oder diese Weisheit die ich in mich aufgebaut habe das vielleicht dieses Leben ja nicht alles ist.

00:21:38: Das glaube ich schon sehr tief.

00:21:40: Ich habe lange einmal einen starken Glauben an einen Gott gehabt.

00:21:44: Ich bin jetzt mittlerweile ein bisschen offener geworden für all das und nenn es immer gerne das Universum, das größere Ganze.

00:21:51: Also ich spüre schon eine sehr intensive Anbindung an was viel größeres als dieses Leben, das ich da habe.

00:21:58: in meinen Meditationen, in meinen Achtsamkeitstraining, die ich gebe auch, spüre ich immer wieder – da ist noch viel mehr!

00:22:05: Und ich glaube diese Verwurzelung und dieses Wissen über ein großes Ganzes gibt mir auch dieses tiefe Vertrauen.

00:22:13: diesen Halt ins Leben und in die Annahme, dass alles gut wird.

00:22:20: Sie waren auf der Gemeinde.

00:22:23: Was machen sie jetzt beruflich?

00:22:25: Also wie ist das dann weitergegangen?

00:22:26: Sie sind wieder gesund geworden...

00:22:28: Genau ich bin wieder... ...sind sie

00:22:29: dem Job zurück?

00:22:30: Ich habe meine Karenzzeit damals verlängert weil ich mir die Zeit noch zum Geresen geben wollte.

00:22:35: Die war dann bei der jüngeren Tochter drei Jahre zu Hause, hab dann wieder auf der Wie gesagt, immer gewusst, ewig bleibe ich dort nicht.

00:22:47: Also

00:22:47: das Studium irgendwie war dann wie das Studiums

00:22:49: möglich?

00:22:49: Genau!

00:22:50: Das war dann nicht so einfach.

00:22:52: Zu studieren habe ich mittlerweile noch immer nicht begonnen weil es die Kinder trotzdem nur im Mittelpunkt stehen und für Milenz weit zum vorn ist also auch ohne zu gehen.

00:23:00: Das ist nicht so leicht.

00:23:01: nach aber hab dann... Weil sie dann vierzig war, tatsächlich gekündigt.

00:23:06: Hat mich politisch engagiert.

00:23:09: Bin jetzt trotzdem noch im Gemeinderat.

00:23:10: also so ganz hat mir die Gemeinde ja nicht losgelassen.

00:23:13: Versuche da auch... Ja, mitzuwirken und zu mitzugestalten.

00:23:18: Also Veränderungen gestalten das ist ihnen auch wichtig?

00:23:20: Ganz ganz wichtig

00:23:21: ja!

00:23:22: Und was ist da zum Beispiel in der Gemeinde ein Anliegen?

00:23:24: In der Gemeindee hat es einige Dinge geben die wir in Angriff genommen haben.

00:23:28: Das waren eben so Kleinigkeiten wie dass man zb bei uns im Ort einen Spielplatz schafft Dass man aber auch in der ganzen... dass man die Gemeinde etwas offener macht Transparenz reinbringen, die in die Gemeinderatssitzungen.

00:23:43: Dass man das alles auf eine Homepage zum Beispiel stellt und wir sind wirklich... Also

00:23:47: das Ganze erneuert?

00:23:48: Das ist

00:23:49: in Königs Wiesn?

00:23:50: Genau!

00:23:50: Wir haben dann tatsächlich auch den Bürgermeister ja gestellt, der ist dann auch gewählt worden zum Bürgemeister.

00:23:56: D.h.,

00:23:56: wir haben da jetzt schon viel Gestaltungsspieler

00:24:00: angekommen.

00:24:02: Ein

00:24:02: Bürgerliste.

00:24:04: Und genau, da hat sich jetzt die letzten Jahre wirklich sehr viel getan mit vollem Einsatz von uns allen.

00:24:08: Wir sind eine ganz tolle Gruppe, die da sehr viele bewirkten.

00:24:12: Marktplatzgestaltung ist auch gerade so ein großes Thema in Königswiesen.

00:24:16: Ja, viele kleine und große Dinge, die wir in Angriff genommen haben.

00:24:19: Und nebenbei habe ich natürlich auch viele Ausbildungen gemacht.

00:24:22: Das erste war einmal der Mentaltrainer und dort hab' ich dann gemerkt, wow!

00:24:26: Also das ist voll mein Ding...

00:24:29: Also haben Sie selbstständig gemacht?

00:24:31: Ich

00:24:31: hab mich dann selbstständigt gemacht Hauptsächlich einmal als freie Rednerin, weil ich auch am Standesamt war und habe mir dann mit freien Trauungen.

00:24:37: Und auch trauer Reden haben wir selbstständig gemacht, weil ihr gewusst habt das ist ein Standbeinsredenkanne.

00:24:43: Da wird gleich ein bisschen was ergeben.

00:24:45: Das war dann auch Gott sei Dank so.

00:24:46: also ich hab dann wirklich gleich zweite Jahr super durchstarten können.

00:24:50: Und hat man dann nebenbei noch mit weiteren Ausbildungen dieses zweite Standbein geschaffen?

00:24:56: Mit Trainings über Achtsamkeit...

00:25:00: Also das ist im Hier- und Jetzt-Leben dass man das irgendwie, das kann man

00:25:04: lernen?

00:25:05: Genau.

00:25:06: Das ist mir immer ein großes Anliegen.

00:25:07: Man bekommt so viel mit wie viele Menschen in diesem Hamsterrad laufen und da irgendwie nicht raus können weil sie ihre eigenen Gedanken so festhalten da Menschen zu helfen, dass man eben noch rauskommt.

00:25:22: Das ist mir eine Herzensangelegenheit.

00:25:25: Und Sie machen auch immer Trauer und Trauer reden?

00:25:27: Genau.

00:25:27: also die Trauungen werden jetzt ein bisschen weniger, weil sie einfach alles gar nicht mal parallel ausgeht.

00:25:33: Trauer Reden mache ich sehr viele ja.

00:25:36: Da habe ich jetzt einfach schon einen guten Namen gemacht, das kommt bei vielen so gut an diese persönliche Geschichte über einen Menschen nur erzählt.

00:25:49: Die nennen sie mir gerne eine Lebensrede, die man am Ende des Lebens nur macht wo man noch in Dankbarkeit und Liebe auf all das schaut was dieser Mensch in seinem Leben war.

00:26:00: Nämlich

00:26:01: mehr als die letzten Jahre?

00:26:02: Ja genau!

00:26:04: Genau, mehr als die letzten Jahre.

00:26:06: Sondern dass es da ein ganzes Leben vorher gegeben hat.

00:26:09: Ist das nicht sehr belastend, wenn man mit den Angehörigen muss man sich unterhalten und sprechen?

00:26:14: Und die sind ja immer traurig oder wenn der Mensch gegangen ist...

00:26:18: Ja, das ist gar nicht so wie man oft glaubt!

00:26:20: Also es ist auch viel zum Lachen dabei, weil ich mit den Anhörigen besammensitze und man kommt dann einfach am Ende darauf, dass es so viele schöne und lustige Momente gegeben hat.

00:26:33: Und alles holen wir noch einmal vor und das erwähne ich dann auch bei der Lebensrede immer.

00:26:42: die Menschen oft mal, jetzt haben wir schon richtig nervös.

00:26:45: Wann sie kommen?

00:26:45: Weil wir gar nicht wussten, wie wird das jetzt?

00:26:48: und jetzt sind wir so erfüllt und haben ein gutes Gefühl dabei, weil man noch so viel angesprochen hat was der Verstorbene eigentlich alles war und nicht nur mit dem Fokus auf die Krankheit, die vielleicht gerade die letzte Zeit präsent war.

00:27:03: Genau.

00:27:04: Und wenn Menschen an Krebs sterben, nimmt sie das mit?

00:27:08: Ja, wenn ich oft Trauerreden halte und vielleicht gleich einmal fünf Haupt, die an KreBS verstorben sind dann macht es natürlich schon was mit mir.

00:27:18: aber auch da hilft man wieder, dass ich sehr gut meinen Raum halten kann meine Energie zurück finde.

00:27:24: Dass

00:27:24: man sagt, ich bin das aber nicht.

00:27:26: Genau, dass man das gut abgrenzen kann Mitfühlt mit diesen Menschen, das ist in meiner Arbeit sehr wichtig.

00:27:33: Aber nicht mitleidet.

00:27:34: Das ist ein großer Unterschied und die Empathie bringe ich ganz stark mit.

00:27:42: Aber ich kann das auch, sobald ich mich dann ins Auto setze und nach Hause fahre.

00:27:45: Dann habe ich diesen Menschen schon wieder ganz anders im Kopf.

00:27:49: Dann fange sie in mir zu denken an was ist der rote Faden, der sich durch dieses Leben gezogen hat?

00:27:55: Und dann entsteht in mir ein Teil der Rede, wo ich mich zuhause zusetzt und schreibe.

00:28:00: Ja und gibt es irgendeine Rettualität zu machen, dass das wieder irgendwie weggeht?

00:28:04: Nach dieser Trauerrede...

00:28:06: Mittlerweile brauche ich kein Ritual mehr.

00:28:08: Früher habe ich mir oft gerne noch einmal bewusst hingestellt, mich gut geerdet, meine Energie zu mir zurückgeholt.

00:28:14: aber das ist jetzt schon so ein Selbstläufer geworden.

00:28:16: also man kann es wirklich lernen und wenn man das trainiert und wann man das immer wieder übt und macht dann passiert das wie fast von selbst.

00:28:25: Man hält das Ja, der Zauber hinter dem Ganzen, das ist jetzt auch so ein Anliegen von mir.

00:28:30: Ist es auch anderen Menschen zu lernen in ihrer Kraft zu bleiben?

00:28:35: In ihrer Energie zu bleiben und sich nicht von den Herausforderungen des Alltags ständig wegschwemmen zu lassen.

00:28:42: Das geht ja einfach, ne?

00:28:43: Weil's ist immer irgendetwas.

00:28:46: Immer!

00:28:47: Es gibt keinen Tag wo nix ist.

00:28:48: Genau und das ist ja glücklich sein kann man nur indem man die Dinge, die einem passieren akzeptieren kann.

00:28:57: Da liegt die ganze Wahrheit für mich, das zu akzeptieren was kommt.

00:29:03: Egal was kommt und das anzunehmen und in deinen Frieden zu kommen und dann zu schauen kann man auch mit einer ganz anderen Klarheit immer wieder schauen so aber es ist jetzt mein nächster Step den ich tun kann um jetzt mit dieser Herausforderung auch gut umzugehen.

00:29:19: Sind Sie heute ein anderer Mensch als damals vor dreizehn Jahren?

00:29:22: oder sagt ihr Mann manchmal Weil du hast dich verändert.

00:29:24: Oder die Freundinnen und Freunde, die Eltern?

00:29:27: Oder ist es eine normale Entwicklung oder spürt sie sich schon ganz anders an?

00:29:32: Also für mich spürte ich sich völlig anders an.

00:29:34: Für meine Eltern glaube ich weniger, für die bei mir immer noch ihr kennt.

00:29:39: Ihre Tanja haben diese Transformation nicht ganz so... Sie sehen diese nicht ganz so drastisch wie ich selbst.

00:29:47: Mein Mann spürt natürlich, dass ich viel ausgeglichener bin und uns zwar nichts mehr umschmeißen kann.

00:29:55: Und auch das gibt in unserer Ehe einfach ein gutes Gefühl, dass wir das gemeinsam durchstehen.

00:30:02: Von dem habe ich mich schon sehr verändert.

00:30:05: Ich würde sagen mein Leben hat eine Hundert-Achzig Gradwendung gemacht die Dinge an das sehe, weil ich mit allem anders umgehe und weil mich nichts mehr aus der Ruhe bringt.

00:30:15: Es gibt wirklich kaum was damit... Ich habe dann auch später kamen mir mit den Kindern irgendwie mal geschimpft oder so, weil alle Dinge eine andere Bedeutung bekommen.

00:30:25: Wann es oft lärmend war?

00:30:26: Wir haben drei Kinder, wir sind ja nicht laut oft gewesen bei uns im Haus, und ich habe mir dann bewusst oft hinsetzt auf unsere ... Wir haben so ein Galerie in der Mitte da ist ein Stieger rauf, hat mir dann noch bewusst hingsetzt und hab diesen Lärm ganz bewusst genossen und man dachte, irgendwann sind sie erwachsen und irgendwann ziehen sie alle aus.

00:30:44: Und dann werde ich auf dieser Stiege sitzen und allein

00:30:46: sein!

00:30:46: Und dazu warum ist es nicht mehr laut?

00:30:48: Ja genau

00:30:49: also mein erlebt alles anders und bewusst so als wäre es das erste und das letzte Mal

00:30:57: Und Sie haben diese Ausbildungen gemacht zur Achtsamkeitstrainerin?

00:31:01: Genau,

00:31:01: genau.

00:31:02: Ich habe im Mentaltraineren gemacht und die Achtsamtmeditationsstrainerinnen mittlerweile auch den Atemtrainer.

00:31:10: Das alles hat mich natürlich da unterstützt auf dieser Reise!

00:31:14: Wie haben die Kinder das gesehen?

00:31:16: Also zuerst ihre Krankheit, wurden die betreut oder hat das die Familie gemacht?

00:31:20: Das hat alles die Familie macht und wir haben auch versucht dass der Alltag größtenteils einfach so weiter läuft.

00:31:26: Ich glaube wenn ich jetzt mit einer darüber rede sie haben es gar nicht so dramatisch mitbekommen oder gar nichtso dramatisch gesehen.

00:31:34: Ich glaub dadurch, dass ich das immer gut... durchgetragen habe und so eine Stärke gekoppt hab, war das für sie gar nicht so schlimm.

00:31:42: Die Schlimmste war auch für die Kinder fast nur dass ich keine Haare gehabt hab weil eben dann auch mit Glatze, wenn wir wo einkaufen gefahren sind, da hab' ich keine Berücke oder so aufgesetzt, weil ich kein Problem hatte.

00:31:51: Und mein Sohn hat mir gesagt, Mama, aber wenn man heitfurt fahren, bitte setz der Berücke auf!

00:31:56: Also da hab ich dann schon gemerkt, ui, okay, das macht einem schon ein bisschen Probleme.

00:32:00: Aber sonst, wir sprechen ja jetzt oft darüber über diese Zeit.

00:32:04: Ich habe nicht das Gefühl, dass es irgendwie belastend war oder dass da jetzt mein älterer Sohn ist.

00:32:09: Jetzt wird die Mittelreise im Zwanzig die Kleine vierzehn.

00:32:14: Dass da irgendwas... Also

00:32:16: zwar sind wir schon wirklich erwachsen?

00:32:18: Ja.

00:32:19: Natürlich noch nicht ganz zwanzig aber stehen schon selbst im Leben.

00:32:23: Genau!

00:32:24: Und die kleinere, die ist

00:32:25: das Nestigchen?

00:32:27: Genau.

00:32:27: Aber jetzt auch am Weg natürlich in die volle Selbstständigkeit mit Vierzehn.

00:32:31: Wir wissen selber, wenn wir zurückdenken, da hat man sich selbst schon erwachsen gefühlt und sie ist ja eine Taffe!

00:32:38: Zu Gesundheitsvorsorge, was haben Sie jetzt dafür in Zugang?

00:32:42: Müssen Sie noch zu diesen Nachkontrollen gehen, ist das vorbei?

00:32:45: Genau, das ist alles vorbei.

00:32:46: Ich gehe einmal im Jahr regelmäßig zu meiner Gönnekologin und Mammografie Aber mehr mache ich eigentlich.

00:32:55: Ich schaue einfach auf einen bewussten gesunden Lebensstil, dass man mal Blutbild einmal im Jahr auch anschauen kann.

00:33:00: Also

00:33:00: ganz normale Vorsorge?

00:33:01: Genau!

00:33:02: Aber sonst lasse ich mich da sicher nicht für irgendwas verrückt machen jetzt oder so sondern... Ich schau einfach das in die Bewegung mit Sport und Ernährung, mit mentaler Gesundheit alles dafür

00:33:13: tue,

00:33:14: damit ich ein schönes und gutes und gesundes Leben führen

00:33:17: kann.

00:33:18: Und sind Sie schon so der Meinung?

00:33:19: Wenn man im Balance ist, dass das Krankheiten für den Halten kaum nichts, das weiß man aber, dass es schon besser ist wenn man röpig in Balance ist?

00:33:31: Auf jeden Fall!

00:33:33: Ich bin sowieso davon überzeugt, je mehr man in seiner Mitte ist, desto besser geht man damit um.

00:33:38: Und schlussendlich kommt es ja nur auf das drauf an.

00:33:40: Genau, weil fernhalten kann man nichts, wenn man weiß, dass

00:33:43: die Kinder,

00:33:43: die schwer krank werden, durchs...

00:33:45: Genau, genau!

00:33:47: Ich habe am Anfang gesagt, ich hätte nie gedacht, dass ich so was bekomme und trotzdem ist es gekommen.

00:33:52: Also, man kann sich glaube ich noch so gut um sich selber sorgen können, schauen, im Balance ist und trotzdem werden diese Dinge auf einen zukommen.

00:34:03: Aber es kommt dann darauf an, wie gehe ich damit um?

00:34:06: Und das wissen wir auch.

00:34:07: Es gibt zwei verschiedene Menschen und jeder geht mit dieser eine Situation völlig anders um.

00:34:14: Der eine zerbricht fast daran und der andere wächst darin.

00:34:18: und meine Motivation und mein Ziel ist es immer an allen Herausforderungen zu wachsen.

00:34:24: Und es ist kein Einzelfall, es passieren vielen Menschen gesundheitliche Probleme und Herausforderungen.

00:34:32: Jeder ist damit konfrontiert, das muss nicht grepp sein, es kann alles andere auch sein.

00:34:35: Es gibt Unfälle, es gibt andere schwere Erkrankungen und jeder findet anders zurück ins Leben.

00:34:43: Sie haben mit einer unfassbaren Stärke gemacht und daraus einen anderen Beruf erschaffen sozusagen

00:34:50: Genau.

00:34:50: Und freue mich jetzt, wenn ich auch anderen Menschen helfen kann durch solche Herausforderungen durchzugehen und Mut zu haben für sich an sein Leben voran zu gehen und nicht daran zu verzweifeln an all den Dingen die oft aufgebürdet werden sondern wirklich da reinzuwachsen.

00:35:10: Ich bedanke mich recht herzlich für das Mutmachergespräch und bewundere Sie für ein Weg zurück ins Leben.

00:35:17: Herzlichen Dank!