Gesund und glücklich

Gesund und glücklich

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00:00:03: Wir gehen zum Arzt, wenn wir zwei Tage Bauchschmerzen haben.

00:00:07: Aber zwei Tage psychische Belastung sagen wir, ein dritter Tag geht noch und den vierter auch

00:00:13: noch.

00:00:17: Hallo und herzlich willkommen bei Gesund und glücklich dem Gesundheitsbordkreis der Oberösterreichischen Nachrichten!

00:00:22: Ich bin Elisabeth Eidenberger und ich bin wieder die, die hier die Fragen stellt.

00:00:26: Wenn man einen schlechten Tag hat, naja ist ganz normal.

00:00:30: Wenn es einmal ein bisschen länger nicht so gut geht?

00:00:32: Na ja auch irgendwie ganz normal einen Umstände oder vielleicht persönliche Krisen mal kurz aus der Bahn bringen, wäre auch irgendwie ganz normal.

00:00:40: Das Leben hat eben seine Höhen und Tiefen.

00:00:43: Und wenn dann eine Person mit diesem ganz normalen Zustand sich therapeutische Hilfe sucht, dann empfinden das viel als gar nicht mehr so normal.

00:00:53: Weil wenn man zu einem Psychotherapeutin geht oder einer Psychotherapeutin, naja da muss man schon irgendwie psychische Erkrankung haben, eine Diagnose vielleicht.

00:01:02: Eine Depression, eine Angststörung oder ein Burnout vielleicht.

00:01:06: und dass das eigentlich schon ganz schön überholt ist als Denkweise wenn man sich im Hilfe holt.

00:01:11: und wie denn diese psychische Belastung die ja Alltag ist?

00:01:17: Dass man dann auch Hilfe als Alltag sehen kann darüber sprechen wir heute und ich freue mich über meinen Gesprächspartner.

00:01:22: er ist Psychotherapeut in Linz.

00:01:24: herzlich willkommen Gregor Studler.

00:01:26: Danke für die Einladung.

00:01:27: sehr gerne kennst du das dieses Bild, dass ich gerade gezeichnet habe aus deiner Praxis wahrscheinlich auch?

00:01:33: Ja es ist längst nicht überholt und eigentlich das tatsächliche Bild.

00:01:37: Zu mir kommen kaum Menschen in schweren akuten Krisen sondern viel mehr Menschen die in einer psychischen Dauer Belastung stecken.

00:01:47: Also wir wissen ja diese psychische Belastung, es ist auch oft Thema.

00:01:50: Wir reden ja auch darüber okay ob das im Arbeitsleben ist oder auch in privaten diese Belastungen die sind einfach da.

00:01:56: und trotzdem empfinden wir es noch oft so als Hürde sich dass man jetzt wirklich diesen Schritt machen und sagen ok jetzt hole ich mir Hilfe jetzt rede mit wem drüber

00:02:06: weil die Scham einfach noch viel zu groß sitzt in uns.

00:02:08: Die sitzen ganz tief in unserer Genetik drin Und wir gehen zum Arzt, wenn wir zwei Tage Bauchschmerzen haben.

00:02:16: Aber zweitagepsychische Belastung sagen wir... Ach!

00:02:20: Ein dritter Tag geht noch und ein vierter auch noch.

00:02:22: Und die Kinder sind auch... Na ist ja alles kein Problem.

00:02:25: Aber da sollten wir auch nachdenken ob die Zeit wirklich noch so richtig ist.

00:02:31: Also dann glauben wir wirklich das geht schon noch irgendwie?

00:02:33: Ja genau.

00:02:34: Das ist die klassische Aussage.

00:02:36: Ich habe mir gedacht es geht schon doch irgendwie

00:02:38: Und dann gibt's vielleicht doch irgendwie.

00:02:41: Vielleicht klären wir mal gleich zu Beginn, damit wir so ein bisschen auch klarmachen, na wer kommt denn eigentlich zu dir?

00:02:48: Welche Personen sind das?

00:02:50: Na wie gesagt, kaum Menschen in akuten Krisen!

00:02:53: Zu mir kommen Menschen in einem Dauerzustand, in einen Dauerstress.

00:02:59: Menschen die in Sorge sind, die frustriert sind mit ihrem Leben und oft nicht wissen was sie tun sollen.

00:03:09: Und wenn man jetzt Marketingsprache wird man sagen auf Personas niederbrechen?

00:03:14: Sind das Männer, sind das Frauen?

00:03:15: Sind das junge Menschen, ältere Menschen.

00:03:17: Sind das Menschen die in prekären Situationen irgendwie zu Hause sind?

00:03:22: Sind es Menschen, die besonders reich sind?

00:03:24: Wer ist es?

00:03:25: Also grundsätzlich gehen im Psychotherapie alle Menschen aus allen Gruppen, aus allen sozialen Gefügen Männer, Frauen alle bunt gemischt.

00:03:36: Grundsätzlich geben Frauen öfter im Psychotherapeut als Männer.

00:03:39: Sie gehen auch früher im Psychotherapy als Männer Genau.

00:03:46: Aber, und das ist das riesengroße aber zu mir in die Praxis kommen viel mehr Männer als Frauen.

00:03:53: Da es auch weniger Psychotherapeutinnen als Psychotherapeutinnen gibt.

00:03:58: Okay also dann sprechen die Männer vielleicht lieber mit einem Mann und deshalb hast du dieses Übergewicht?

00:04:04: Genau nicht nur,

00:04:05: aber schon auch!

00:04:07: Aber wer kommt zu mir?

00:04:08: Es kommen, wie gesagt, wenige Menschen in akuten Krisen.

00:04:13: Viel mehr Menschen in Dauerbelastung.

00:04:16: Es kommen zu mir viele Geschäftsführer von Unternehmen die in Akutten, die in Dau-Aberlastungen sind.

00:04:23: Das kommen genauso Hausfrauen zu mir, die im Dauer Belastungen sind.

00:04:28: also es kann jeder kommen.

00:04:30: Ein Stichwort.

00:04:30: dauerbelastungs klären wir gleich noch.

00:04:33: Zeichnen wir uns erst noch kurz ein Bild auch über Österreich, wie viele Leute oder wie viele Menschen haben denn überhaupt Bedarf jetzt für psychotherapeutische Unterstützung.

00:04:43: Woran misst man es auch irgendwie?

00:04:46: Also grundsätzlich misst das an einer Diagnose die gestellt wird von einem Arzt einen Facharzt einen Psychotherapeuten einer Psychotherapeuten oder von klinischen Psychologinnen.

00:04:58: Menschen mit Diese Diagnose bekommen eine Überweisung, die von einem Arzt gestellt wird so dass die Menschen auch in Psychotherapie gehen können.

00:05:09: Dieser dann teilrefundiert bekommen oder eben voll finanziert.

00:05:13: Man weiß in Österreich sind ca.

00:05:16: ein Millionen Menschen die akut psychotherapeutische Unterstützung bräuchten.

00:05:21: Es werden rund hunderttausend voll finanziert und noch hundert tausend Teil refundiert.

00:05:26: Das heißt, es ist ein großes Delta von Menschen die eigentlich Psychotherapie bräuchten aber sie gerade aus Versorgungsthemen nicht bekommen.

00:05:35: Weil's zu wenig Psychotherapeutin gibt oder weil das vielleicht eben nicht gehen wollen?

00:05:40: Oder wo liegts da?

00:05:42: Die Menschen die Psychotherapien jetzt verschrieben bekommen Die wollen alle im Psychotherapie gehen.

00:05:49: Das heißt, es liegt eher daran dass es rund dreizehntausend Therapeutinnen gibt die auch nicht alle Vollzeit arbeiten, die viele im klinischen Kontext noch arbeiten

00:06:00: und

00:06:01: daraus entwickelt sich das Delta.

00:06:04: Du hast vor dieses Stichwort der Dauerbelastung gesagt jetzt kennen wir das alle!

00:06:08: Wir haben unser... Alle haben uns ein Backhalt zu tragen wie man so schön sagt.

00:06:12: Wir haben unseren Rucksack mit und manchmal ist er schwerer, manchmal ist sie leichter.

00:06:15: Wann sprichst du denn von einer Dauerbelastung?

00:06:18: Und wie individuell ist das wahrscheinlich auch.

00:06:22: Also zu mir kommen Menschen mit viel körperlichen Symptomen, die Menschen sagen ganz schnell ich habe lange Schlafprobleme.

00:06:31: Ich habe lange Schmerzen im Bauch und es gibt keine Diagnose von einem Facharzt gestellt.

00:06:38: Menschen kommen mit innerer Leere, sie fühlen nichts mehr oder ganz wenig.

00:06:43: Sie sind nicht mehr leistungsfähig, können sich schlecht konzentrieren.

00:06:47: Das sind die erste Symptome wo Menschen zu mir kommen.

00:06:51: Und das ist schon mal sehr schockierend weil es sagt keiner ich fühle mich schlecht

00:06:56: Okay.

00:06:56: Also es ist nicht so dieses, ich fühle mich schlecht sondern es sind eigentlich andere Dinge die einen zu dir treiben?

00:07:00: Ja genau!

00:07:01: Die meisten Menschen sagen es wurde nichts anderes gefunden.

00:07:04: also gehe ich jetzt mal zur Psychotherapie.

00:07:06: und das ist das Alarmierende dass sich die Menschen selbst dann schon ganz ganz schwer einschätzen können und selbst gar nicht mehr spüren was in ihnen wirklich los ist.

00:07:17: Auch sehr spannend dass was eben nicht so eklare

00:07:20: ist.

00:07:21: Das ist halt psychisch eklore.

00:07:23: Genau na und das is halt eben nicht.

00:07:25: Also für viele Menschen ist es eben nicht nur psychisch, weil die Scham so groß ist.

00:07:30: Dass sie ja psychisch jetzt irgendwie deformiert sind.

00:07:35: Und jetzt kommen wir mal auch zu einem ganz wesentlichen Punkt.

00:07:37: Jetzt sagst du der Bedarf ist natürlich riesengroß.

00:07:40: Jeder Psychotherapeut, jeder Psychotherapeuten hat so ihre Spezialgebiete, ihre Spezialfälle wo man sagt okay ich bin eher auf Angststörungen vielleicht Depressionen spezialisiert andere wieder die andere Bereiche abdecken.

00:07:53: wie Geben wir es denn an?

00:07:54: jetzt als Betroffene, das habe ich die Überweisung gekriegt.

00:07:57: Wie finde den jenen Therapeuten die wirklich zu mir passt?

00:08:02: Und da sind wir bei einem ganz schwierigen Thema.

00:08:04: Weil die psychotherapeutische Landschaft so ausgebildet ist ... alles lernen.

00:08:10: Das ist so wie der Arzt, der im Turnus ist er kann gefühlt vieles oder alles soll auf jeden Fall alles können.

00:08:16: und bei der Psychotherapie ist es ähnlich.

00:08:17: wir bekommen eine Basisausbildung an die Hand wo wir theoretisch viele oder beinahe alle Störungsbilder gut abdienen können.

00:08:25: nur eines ist auch wichtig wenn wir irgendwie hinten im Fuß und zu der Fußwehe werden wir wahrscheinlich zum orthobäden gehen und nicht zum hno.

00:08:34: Und genau so ist es in der Psychotherapie.

00:08:36: Ich glaube, die Menschen haben heutzutage das Recht auch eine klare Struktur und Orientierung zu bekommen welche Therapeutinnen wirklich helfen können.

00:08:45: Und dazu ist es notwendig dass Psychotherapeutinnen auch sagen was sie wirklich gut können und was sich wirklich gut spüren.

00:08:51: also wo sind meine Spezialgebiete wenn man so sagen möchte?

00:08:55: Und da liegt es natürlich jetzt an uns Psychotherapeutinnen klar zu wählen und klar zu sagen was können wir, was spüren wir?

00:09:04: Was möchten wir auch?

00:09:06: Wo kennen wir die Menschen adäquat helfen.

00:09:09: Und auch den Menschen die Möglichkeit bieten dass sie eine Struktur finden wo Sie uns finden können.

00:09:18: Also bei mir ist es beispielsweise so mein Spezialgebiet oder eines meiner Spezialgebiete ist die Angststörung, die Panikstörung oder das Thema rund um den Selbstwert, weil ich diese Themen bei Menschen extrem gut spüren kann.

00:09:34: und so haben die Menschen, die zu mir kommen auch einen riesengroßen Vorteil.

00:09:38: Weil wir einfach ein gutes Matching miteinander entwickeln

00:09:41: können.".

00:09:42: Und es ist ja in beiderseitigen Sinne also nicht nur für den Patienten und für die Patientinnen, dass man sagt mal findet gleich mal den richtigen oder die richtige... ...und auch aus der erbeuten Sicht, als man sagt man hat dann oft Erstgespräche wahrscheinlich wo man dann irgendein erstes Gespräch drauf kommt?

00:09:56: Es funktioniert eigentlich so nicht oder es passt nicht zu richtig zusammen.

00:10:00: Das ist eben schwieriger als jetzt beim HNO-Arzt, da haben wir's kapiert.

00:10:05: Wahrscheinlich dass man dann auch wirklich Zeit verwendet oder versitzt, wo man sagt... Du wirst woanders viel besser aufgehoben.

00:10:13: Ja

00:10:14: genau, weil wir aus vielen Forschungen wissen dass der größte Wirkfaktor in der Psychotherapie nicht die Methode oder Spezialgebiet ist sondern viel mehr der Mensch also die Passung zwischen Mensch und Mensch ist das Wichtigste.

00:10:27: Und genau aus diesem Grund ist es so entscheidend, dass wir Psychotherapeutinnen auch ganz klar sagen können und dürfen Es passt jetzt gerade nicht oder auch die PatientInnen sagen dürfen.

00:10:40: Es passt Jetzt gerade Nicht.

00:10:41: mit ihnen.

00:10:42: in der psychotherapie haben Wir den ersten fünf Sitzungen probatorische sitzungen.

00:10:46: da geht's Ganz viel um.

00:10:49: Wie passen wir zusammen?

00:10:51: Wie passt es emotional, wie passt der Rahmen?

00:10:54: Wie sind wir miteinander gut strukturiert?

00:10:57: und wenn das erst wirklich gut eingegroovt ist dann beginnen Techniken zu wirken.

00:11:04: Und jetzt muss ich es nur mehr kurz, nur mehr verdeutlichen und nur mehr betonend was du gerade gesagt hast die ersten

00:11:10: fünf

00:11:11: Sitzungen, also tatsächlich fünf.

00:11:13: Das ist nicht so, man lernt sie einmal kennen und das war es sondern wirklich die ersten fünf Sitzung ist dieses Zusammenfinden.

00:11:19: Das sind diese Dauer wo man sagt, das muss man sich wahrscheinlich auch diese Zeit nehmen bis man wirklich ins Wirken kommt.

00:11:27: Ja genau, es ist von Methode zu Methode unterschiedlich.

00:11:31: Fünf-Sitzung ist so ein Richtwert.

00:11:33: das hilft jungen Psychotherapeutinnen auch dass wir Jungen also ich als Leertherapeutin sagen kann lasst ihr fünf Stunden Zeit, fünf Einheiten Zeit um wirklich mal zu schauen.

00:11:45: passt es genauso wie ich meinen Patienten sage lassen sie sich fünf Stunden zeit und zu schauen Wie kommen wir zusammen?

00:11:54: Wie fühlen Sie sich eigentlich wohl?

00:11:57: Wenn Menschen zu mir kommen und wenn wir ein Erstgespräch durchführen, ist es so dass ich nach dem Erstgesprech immer sage sagen sie nicht gleich ja sondern gehen sie nach Hause überlegen sie wie war das für sie hat ihnen gefallen.

00:12:18: Hat's gepasst!

00:12:19: Und erst dann Nach zwei, drei Tagen guten Reflektieren melden Sie sich.

00:12:24: Denn Psychotherapie ist eine Entscheidung für etwas Neues, eine Entscheidung noch ein Lebensabschnitt und das muss schon sehr gut überlegt sein, ob es wirklich

00:12:34: passt.".

00:12:36: Und das ist vielleicht auch was mit der Erwartungshaltung verändert.

00:12:40: jetzt?

00:12:40: Weil alle von dir uns zuhören können wir die Erwartungshaltung gerade rücken weil ich gehe zum Arzt in der Verschreibung einer Tablette und es ist gut!

00:12:49: Es dauert, es ist ein Prozess der dauert.

00:12:52: Es ist nicht dieses okay.

00:12:53: jetzt finde ich das Richtige und dann haben wir's schon.

00:12:56: Und eben schon allein wenn du sagst es dauert mein fünfter Minder bis wir uns überhaupt zusammengefunden haben da ist vielleicht noch gar nicht so viel passiert in meinem Kopf im einem Denken in meinem Ton in meinem Leben dass sich verändern kann weil es einfach dieser Prozess ist.

00:13:09: Ja was du jetzt sagst ist dass Menschen sehr kurzfristig denken und das ist ganz normal.

00:13:14: also jeder Mensch versucht kurzfristigen zu denken.

00:13:16: Wir sind so strukturiert Verhaltenstherapeutin, so ist.

00:13:20: meine Fachrichtung würden sagen.

00:13:22: Das ist ja kognitiv so angelegt.

00:13:25: Wir verstärken das auch so.

00:13:27: Nur dieses mittelfristige und langfristige Denken... Das gehört in unsere Genetik eingetragen.

00:13:33: Also ich glaube, dass es hier wichtig ist nicht nur an dieses kurzfristigen Effekt zu denken Ich nehme seine Tablette und das Kopf ist weg Sondern eher wie schaffe ich es Dynamiken Strukturen Muster In neue Verhaltensmuster Umzudenken umzulegen also umzustrukturieren.

00:13:56: Wie sieht denn so eine klassische Therapie bei dir auch aus?

00:13:59: Jetzt haben wir gesagt, okay die ersten fünf Mal da man führt Gespräche kannst du uns noch ein bisschen mitnehmen.

00:14:04: Was willst du denn von den Leuten auch wissen?

00:14:07: welche Fragen stellst du vielleicht und in welchen Methoden gibt es dann vielleicht auch... Schau mal wie breit man das hinbringen was du uns als erzählen kannst aber dass man ein bisschen ein Gespür dafür bekommt und vielleicht auch ein bisschen die Angst zu nehmen.

00:14:21: Okay, ich lasse mich vielleicht auch eher mal auf so ein Gespräch ein und lass mir mehr auch helfen.

00:14:26: Also grundsätzlich peißen wir Psychotherapeutinnen nicht ganz im Gegenteil!

00:14:29: Wir wollen unterstützen, ja?

00:14:31: Wir wollen den Menschen als Mensch begegnen und hier wirklich schauen dass es den Menschen gut geht die zu uns kommen also besser gehen soll.

00:14:44: Und dazu ist es, wie gesagt für mich ja in meiner Praxis ganz wichtig eine Atmosphäre zu schaffen wo sich die Menschen wohlfühlen.

00:14:50: In den ersten Einheiten ist es ganz oft so dass die Menschen fast durchgehend reden und mein Gesprächsanteil nur am geringen ist.

00:14:58: bei anderen Menschen ist auch so das sie kaum reden und eigentlich nur Lösungen präsentiert bekommen wollen.

00:15:05: In all diesen Fällen ist es wichtig dass der Psychotherapeut die Psychotherapeuten eingeht auf gegenüber

00:15:13: und

00:15:13: so ist es auch bei mir, also ganz klar zu sagen uns so funktioniert das gibt's nicht.

00:15:19: Wir arbeiten mit Menschen das inter-individuell und genauso ist es mir wichtig dass ich mich hier anpasse an was der Mensch auch gegenüber von mir braucht Techniken Alles andere kommt dann im Nachhinein.

00:15:36: Es ist immer wichtig, die Beziehung den ersten Einheiten zu schaffen und auch ganz klar wiederzusagen es passt oder es passt nicht.

00:15:44: Also man kann auch nach fünf Stunden, nach zehn Stunden sagen das passt nicht.

00:15:49: Was mir wichtig in der Therapie ist ein zentraler Punkt dass ich wirklich meine Spezialgebiete ausschöpfen kann also da wo ich wirklich gut bin dass sich das präsentieren kann auch für den Menschen einen Raum schaffe, dass sie das auch gut nehmen können.

00:16:10: Genau!

00:16:14: kommen die Leute zu dir, du führst diese Gespräche.

00:16:17: Du schaust mal eben okay was sind denn so die Themen?

00:16:19: und es ist ja meistens nicht mehr eine Sache die einen wahrscheinlich aus der Bahn geworfen hat oder so belastet.

00:16:25: Und wahrscheinlich auch in unterschiedlichen Graden.

00:16:27: also was für den einen total furchtbar ist es für den anderen muss ich denken was hat der?

00:16:34: Oder die passt ja eh gar nicht so schlimm her.

00:16:37: sehr ein schönes Leben von außen schaut sich oft auch anders aus als man es nimmt.

00:16:41: Genau, also was du sagst sind ja zwei Themen.

00:16:43: Das eine schaut von außen ganz anders aus wie man sieht und das ist das was ich auch erlebe.

00:16:52: die Menschen funktionieren im Außen sind gefühlt blühen des Leben humorös es ist alles toll sie managen Familie beruf Freunde alle sind lustig und alle haben Spaß.

00:17:03: und innen drinnen sieht die Welt ganz anders raus nämlich leer erschöpft depressiv.

00:17:10: Das heißt, Funktionieren im Außen heißt nicht stabil sein.

00:17:12: Das sind zwei unterschiedliche Welten.

00:17:15: Das ist das eine was du gefragt hast und das zweite war dafür...

00:17:18: Also dass es nicht diese einen Lösung gibt oder dieses eine Problem, dass es oft wahrscheinlich sehr vielschichtig ist?

00:17:22: Ja genau, genau.

00:17:23: Da sprechen wir Psychotherapeutin von diesem biopsychosozialen Modell.

00:17:27: Das sagt aus, dass die Symptomlast an vielen Dingen Also das biopsychosoziale Modell sagt aus, dass die Wirkfaktoren worum das eine schlecht geht unterschiedlich sind.

00:17:43: Sie sind biologisch, sie sind sozial und sie sind psychisch angelegt.

00:17:47: Da fällt mir mein wundervolles Podcastgespräch mit Paul Pizzerra mit dem Musiker der ja auch sehr offen über seine Therapie spricht und dass er das auch braucht, um es aufzuarbeiten.

00:17:58: Und er hat so nett gesagt, man muss auch erkennen, dass man immer auch selbst Teil des Problems ist.

00:18:04: Also auch das gehört dazu sind nicht immer nur die anderen Schulden sondern das war so seine große Erkenntnis aus der Therapie, aus seiner Aufarbeitung.

00:18:11: Nein nein, es ist nicht immer der Partner oder die Partnerin Schuld oder die Arbeit oder die Eltern oder wie auch immer, sondern man ist immer selbst auch Teil... des Problems, wenn man das Problem nennen will.

00:18:21: Ja genau!

00:18:21: Das stimmt.

00:18:22: also der Hamster ist selbst auch das Thema und nicht nur die Gesellschaft, die den Hamster jetzt dem Hamster ratschwindig macht.

00:18:29: Also ich glaube auch dass der Mensch selbst auch grundsätzlich als erster auf sich schaut nämlich auch in der Problemlast.

00:18:41: Wir Psychotherapeutinnen schauen nicht auf die Eltern und sagen, ihr habt alle schlecht gemacht sondern wir schauen natürlich erst auf das System selbst also auf uns und dann auf die Systeme die uns umgeben.

00:18:56: Also ich glaube auch dass sowohl der Einzelne auf sich schauen darf als auch auf die systemen die irgendwie disfunktional sind und es im Zusammenwirken.

00:19:06: Man kann in einem negativen oder überladenden System nicht gut funktionieren.

00:19:12: Das funktioniert leider nicht.

00:19:14: Gibt es dann auch so, vielleicht Tipps oder Hinweise, dass man sagt okay, vielleicht misst das mal aus in deinem System?

00:19:21: Was tut dir gut was tut dir nicht gut?

00:19:24: Dass man da genauer drauf schaut wie das ist ja das wo man was einem oft vielleicht auch schwer fällt, weil genau das, was einem sozusagen die Sorgen bereitet.

00:19:31: Einer noch irgendwie magisch anzieht?

00:19:33: Also das ist ganz viel Thema der Angehörigen nämlich die sagen ah, misst du da erst aus oder ich gebe dir jetzt den Ratschlag und der tut dir nicht gut.

00:19:44: Angehöreige vergessen aber dass sie als Erster schauen müssen nicht Ratschläge zu geben sondern ein emotionales Becken zu schaffen, dass es die Menschen das auch aufnehmen können.

00:19:53: Menschen, die zu mir in Therapie kommen in Krisen sind wollen keine Ratschläge haben.

00:20:00: Sie wollen emotional gehalten werden und erst wenn die Haltung da ist, also wenn die Passung stimmt erst dann kann man versuchen instruieren nämlich auch im Selbstversuch.

00:20:12: was wäre wenn wäre so eines?

00:20:15: oder ich sehe sie leiden schon sehr stark.

00:20:19: können sie mir sagen warum?

00:20:21: Also es geht eher um das dass die Menschen wieder zu sich finden Als dass ich von außen vorgebe, was zu machen

00:20:27: ist.

00:20:28: Also lieber Fragen stellen

00:20:30: als

00:20:30: Ratschläger zu geben?

00:20:31: Ja oder in Ich-Sprache zu formulieren, ich sehe das also ich merke das, ich fühle das!

00:20:37: Also gerade wenn man jetzt vielleicht den Bekannten oder Familienkreis jemanden hat wo man eben merkt der oder die leidet oder geht es nicht gut mit guten Ratschlägen... Manchmal gar nicht so gut bedient.

00:20:48: Genau, ein guter Ratschlag ist oft ein.

00:20:51: Du hast zu und du musst jetzt und das kennen die Leute, die in akuten Krisen sind selbst von sich leider zu häufig.

00:20:58: Wie lang?

00:20:59: Das ist natürlich eine schwierige Frage.

00:21:00: aber wie lange würdest du sagen ist es gut wenn man sagt okay Ich lasse mich jetzt auf einen Therapeuten ein.

00:21:06: Ich habe meine fünf ersten Einheiten, die oder Sitzungen, die mir ein gutes Gefühl gegeben haben.

00:21:10: Jetzt gehen wir ins Tun.

00:21:12: Wie lang begleitest du üblicherweise die Menschen?

00:21:15: Das ist total unterschiedlich.

00:21:16: also Menschen kommen weil sie ein einzelnes Thema haben und sie wollen auch nicht mehr über... Ihre Vergangenheit oder ihre Themen sprechen.

00:21:25: Dann ist es oft relativ schnell erledigt, also wenn jemand mit einer Panikstörung kommt aufgrund von Überlastung und man sich das System anschaut dann kann es sein, wenn ich nicht weiter schauen möchte dass das innerhalb von einigen Stunden, also ich spreche hier von zwischen fünfundzwanzig Stunden schon ganz gut beauftragt wird.

00:21:45: Wenn aber Menschen Schwiereres Thema haben, mehr Interesse haben.

00:21:51: Mehr reinschauen wollen hinter ihre Fassade das System erkennen wollen dann kann es auch ein langer Prozess sein und von lang spreche ich von Jahren.

00:22:02: also wir Psychotherapeutinnen selbst gehen auch in Therapie haben Supervisionen und das ist glaube ich ganz wichtig dass wir auch hinter uns schauen.

00:22:12: zu schauen was ist in uns auch los?

00:22:14: Und das biete ich den Menschen an lange einen beständigen Platz haben, um sich selbst zu erfahren.

00:22:21: Also sich dann einfach auch die Zeit zu geben, dass man sagt,

00:22:25: das ziehe

00:22:25: ich auch durch und lasse mich darauf ein.

00:22:27: Und du hast vorhin schon gesagt es ist eine Entscheidung, die man trifft?

00:22:29: Ja genau.

00:22:31: Ob man in seinem Leben was verändern möchte oder nicht?

00:22:34: Genau!

00:22:34: Das finde ich genauso wie viele andere Entscheidungen im Leben einer, die wirklich ein Dreh-und Angelpunkt sein kann.

00:22:42: Jetzt schaue ich ja immer im Podcast auch, dass die Leute sich ganz unmittelbar was mitnehmen können.

00:22:47: Auch vielleicht für den Alltag?

00:22:48: Was sind denn für dich auch Tipps?

00:22:50: wo du sagst im Alltag wenn ich vielleicht merke okay jetzt kippt es ein bisschen oder eben ich habe irgendwo Probleme die irgendwo auftauchen vielleicht hat das einen psychischen Grund gibt's Dinge die man machen kann um mal vielleicht ein bisschen zu sich zu finden um zu entspannen vielleicht um sich um seine mentale Gesundheit auch zu kümmern.

00:23:11: Tipps können sein Rede drüber.

00:23:14: Also spüren dich hinein, fühle was in Dialose ist und versuche so bald wie möglich darüber zu sprechen.

00:23:21: Suche dir Menschen mit denen du gut sprechen kannst die dir wohl gesonnen sind und dir keine Ratschläge geben wollen.

00:23:28: Die einfach nur Containen also auffangen können, die halten können

00:23:33: Also die gute Freundin, der gute Freund.

00:23:35: Vielleicht kann es auch der Partner oder die Partnerin sein?

00:23:38: Oder vielleicht irgendjemand, der irgendwo mal ein Gutsgefühl hatte.

00:23:42: Genau,

00:23:42: also Menschen wo ich schnell Vertrauen finde und Menschen die aushalten können.

00:23:47: Die einfach wirklich nicht sprechen sondern in Ruhe das ertragen können.

00:23:52: Wirklich tragen auch können.

00:23:55: Das unterstützt sobald wie möglich darüber sprechen was ihnen los ist.

00:24:00: Das ist die beste Prävention.

00:24:02: Das Zweite ist, bewege dich!

00:24:06: Also Bewegung ist so unheimlich wichtig da wir Stresshormone also Quartisol durch Bewegungen abtransportieren können.

00:24:13: Das dritte wäre, schau dass es dir gut geht.

00:24:17: Nimm dir eine warme Badewanne, liest wieder und komm zu Ruhe.

00:24:21: Schau das den Dopaminsystem nicht in ein Dauerrush hat mit Instagram-Medien

00:24:28: etc.,

00:24:28: sondern folge wirklich guten Artikeln indem du wirklich wieder liest, indem du was in die Hand nimmst und zur Ruhe kommst.

00:24:35: Indem du achtsam wieder bist.

00:24:38: Wenn du dir etwas wünschen dürftest so was weil deine Hoffnung in Bezug auf auf die Psychotherapie und auf die Menschen, wie sie sie wahrnehmen.

00:24:46: Wohin soll da die Reise gehen?

00:24:48: Also ich finde es grundsätzlich schon gut, wie die Entwicklung gerade passiert also Mental Health Matters.

00:24:53: Es gibt viele Bewegungen, es gibt viele tolle Podcasts...

00:24:58: Ja wir reden darüber.

00:24:59: ja!

00:25:00: Genau dass wir darüber reden dürfen, dass wir alle keine Ufos sind und auch keine Magier sondern das ist wie vieles im Leben dazugehört.

00:25:11: Das heißt die Entwicklung sehe ich schon als sehr, sehr positiv.

00:25:14: Die jungen Menschen reden schon viel aktiver über ihre Themen, über ihre Gefühle, über Ihre Erkrankungen auch über ihre psychischen Belastungen.

00:25:22: das macht mir Mut.

00:25:24: und das Dritte was mir wirklich auch mutmacht ist in der Praxis zu sehen dass wenn Menschen kommen und akut belastet sind dass sie sich Unterstützung suchen Und dass es auch besser wird.

00:25:35: Also, dass Wunden wieder aktiv heilen können und die Menschen selbst auch Heilungen vorantreiben können.

00:25:43: Das ist das was ich mir weiter so wünsche.

00:25:45: wenn das so weiter geht und die Versorgungsqualität noch höher wird bin ich super glücklich!

00:25:51: Du hast ja auch ein Startup gegründet in Richtung, dass man den richtigen Therapeuten und die richtige Therapeutin findet.

00:25:57: Vielleicht, dass wir doch das kurz noch hinweisen, weil's glaube ich wichtig finde um... diesen Weg, diesen ersten Schritt ein bisschen leichter zu machen.

00:26:05: Man kennt das, man sucht an wen, man googelt, man findet irgendwie lauter verschiedene, aber man hat keine Ahnung, wenn man jetzt anrufen soll.

00:26:12: Da versucht ihr ja zu helfen!

00:26:14: Genau.

00:26:15: Was mir aufgefallen ist, wie ich noch in Ausbildung war, ist dass ich ganz viele freie Kapazitäten gehabt habe und mich keine angerufen hat.

00:26:24: Dann war ich fertiger Psychotherapeut eingetragen.

00:26:27: dann war zwar der Zulauf gut aber es sind viele Menschen gekommen die wirklich nicht zu mir gepasst haben.

00:26:32: Und jetzt als Lehrtherapeut merke ich genau das Gleiche bei meinen Studierenden Und da wollten wir eine Lösung schaffen, nämlich eine Lösung die Menschen zu Therapeuten bringt, die wirklich zueinander passen.

00:26:45: Also State of the Art mit einer wirklich schönen Plattform einen Algorithmus vielen Fragen und einem ganz kurzen anonymen Prozess wo Menschen Psychotherapeutinnen finden, die zu einem passen und auch freie Plätze haben.

00:27:03: Denn die Situation derzeit ist es gibt Plattformen.

00:27:07: Es gibt Empfehlungen, aber freie Plätze kaum und da wollen wir eine Lösung schaffen mit Major Therapy.

00:27:18: Wir verlinken natürlich gerne den Show Notes dass man wenn es jemand glaubt okay vielleicht brauche ich diesen Anschub so jetzt und findet dort die richtige oder den richtigen Ansprechpartner macht man natürlich gerne

00:27:29: auch

00:27:29: nochmal verlinkt.

00:27:31: natürlich.

00:27:32: Vielen lieben Dank, lieber Gregor für diese Einblicke.

00:27:34: Sehr sehr spannendes Thema.

00:27:35: natürlich mir immer auch besonders wichtig dass wir über die mentale Gesundheit sprechen weil das so ein bisschen der Grundstein ist, dass wir einfach ein gesundes und glückliches Leben haben.

00:27:43: Und deshalb zum Abschluss noch die Frage, die ich gerne stelle was ist denn die eine Sache, die du persönlich täglich machst?

00:27:49: Die dich gesund und glücklich macht?

00:27:54: Das...was ich versuche zu machen is mich selbst in mich selbst hinein zu hören und anzuerkennen, in welchem Modus ich gerade stecke.

00:28:07: Also bin ich jetzt gerade im Kind das irgendwie quengelt?

00:28:11: Bin ich im Erwachsenen der gerade glücklich ist?

00:28:15: Bin Ich im Elternmodus auch mit meinem Sohn um zu schauen wie es ihm gut geht?

00:28:20: Nämlich dass ich mich selbst erkennen kann wo ich gerade bin um auch mit Menschen interagieren zu können und eine schöne Zeit zu haben oder auch Spaß zu haben, also Gitarre zu spielen, Sport zu treiben.

00:28:37: Genau das sind Wohlfüllmomente.

00:28:40: Also auch wenn es dir mal schlecht geht, dann mal so sagen okay warum geht's mir jetzt eigentlich schlecht?

00:28:44: Und versuchen wieder was Gutes zu finden.

00:28:47: Ja genau einfach Wohl füllmomenten.

00:28:50: Vielen lieben Dank, danke für dieses spannende Gespräch.

00:28:53: Für alle die zugehört haben und gerne alle Podcast-Folgen nachhören also wie gesagt viele tolle Themen hatten wir schon auch auf der psychologischen Ebene Auch wenn es um Kindergeräte... Wir haben jetzt gar nicht so ganz aufgesplittet aber Kinder und Jugendliche sind natürlich ein riesen Thema, da hatten wir ja schon einiges.

00:29:08: Also da ist viel zu tun und vielleicht eine große Interesse da.

00:29:14: Ich verlinke auch dem Podcast von Paul Pizzerra übrigens noch gerne in den Show notes, weil ich ihn vorher erwähnt habe.

00:29:18: Weil es sehr spannend ist was er zu erzählen hatte und in diesem Sinne sage ich vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

00:29:23: Danke Lisbeth.